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Zinspolitik: Verschobene Grundkoordinaten


05.11.20 17:00
LOYS

Oldenburg (www.anleihencheck.de) - Welche langfristigen Auswirkungen die Abschaffung positiver Habenzinsen besitzt, lässt sich heute noch gar nicht abschätzen, so die Experten von LOYS

Ohne irgendeinen Zweifel führe aber die Dauernullzinspolitik zu enormen Schuldenausweitungen. Der Staatshaushalt der Vereinigten Staaten sei ramponiert, die ehemalige Finanzarchitektur zerrüttet und die Aussichten finster. Ungeachtet dessen würden die Kreditbewertungsagenturen Höchstnoten für die USA vergeben.

In Europa, wo alles traditionell etwas kleiner ausfalle als in Amerika, obwalte die gleiche Entwicklung. Angesichts der ungünstigen demographischen Entwicklung seien die Wachstumsaussichten aber strukturell mager. Eine steigende Zahl von Bürgern gerate in staatliche Abhängigkeit, sei es als Kurzarbeitergeldbezieher, Wohngeldbezieher, Rentenbezieher, Kindergeldempfänger etc. Durch Steigerung der Abgaben- und Steuerlast werde sich die Lücke zwischen beschlossenen Staatsausgaben und Staatseinnahmen nicht mehr schließen lassen.

Was aber solle der Einzelne tun, der um die beschriebene Entwicklung wisse und sein Erspartes produktiv veranlagt sehen möchte? Die Antwort laute grob gesprochen: Sachwerte! Innerhalb dieser Kategorie würden sich die verschiedenen Anlageformen wie z.B. Immobilien, Edelmetalle, Kunst und Aktien sehr erheblich unterscheiden. Bei einer solchen Abwägung falle auf, dass viele Aktien heute eher günstig seien, während wenige aber prominente Titel überteuert erscheinen würden. In den kommenden Monaten werde es wichtig sein, überbeliebte Aktien zu meiden, unterbewertete Papiere aufzusammeln und den Faktor Zeit ggf. durch Aussitzen zum eigenen Vorteil zu nutzen. (05.11.2020/alc/a/a)