Zinsmarkt: Baldige Leitzinssenkungen weitgehend ausgepreist


07.11.19 13:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Heute sollten die zur Veröffentlichung anstehenden neuen Prognosen der EU-Kommission von Interesse für die Marktakteure sein, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Eine Abwärtsrevision der BIP- und Inflationsprognosen gelte als sicher. Nehme man die jüngsten Revisionen von internationalen Institutionen als Richtschnur, so werde die Abwärtskorrektur für die Eurozone nicht allzu kräftig ausfallen. Dies würde bedeuten, dass die Kommission - so wie viele andere - auf eine baldige Beschleunigung der Konjunkturdynamik sowie auf einen Anstieg der Inflationsrate setze.

Auch am Finanzmarkt dürfte sich zuletzt die Ansicht durchgesetzt haben, dass die konjunkturelle Talsohle nunmehr durschritten worden sei. Sowohl in den USA als auch in der Eurozone sei in den letzten Wochen eine zeitnahe weitere Leitzinssenkung weitgehend ausgepreist worden. In weiterer Folge unterstelle der Markt laut einschlägiger Zinsprodukte auf beiden Seiten des Atlantiks eine expansive Geldpolitik mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für eine nachmalige Lockerung und einen geringen Teuerungsdruck.

New York FED-Präsident Williams habe gestern mit seinen Kommentaren zum US-Ausblick die herrschende Marktauffassung bestärkt. Er sehe die US-Notenbank nach den jüngsten Leitzinssenkungen gut positioniert, um zu gewährleisten, dass die US-Konjunktur in den nächsten Quartalen weder zu stark abkühle noch überhitze. Gleichzeitig würde er weiterhin vorbeugend agieren und in Abhängigkeit von weiteren Daten zeitnah Schritte setzen, um die Aufschwungsphase am Leben zu erhalten. Übersetzt bedeute dies, er erachte aktuell eine weitere Leitzinssenkung in den USA für nicht notwendig, würde sich aber bei schwachen Daten in den kommenden Wochen/Monaten dafür aussprechen. (07.11.2019/alc/a/a)