Zinsmärkte: Sichere Häfen erneut gefragt


10.07.20 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Sichere Häfen waren gestern erneut gefragt, sanken Renditen auf deutsche und US-amerikanische Staatsanleihen doch relativ deutlich auf -0,46 (DE Rendite 10J) und 0,60 (US Rendite 10J), so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Auch EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) sei erneut unter 1,13 gefallen und EUR/CHF (ISIN EU0009654078/ WKN 965407) habe den tiefsten Stand seit Mai (1,061) erreicht.

Im Umfeld einer nur geringen Anzahl an ökonomischen Datenveröffentlichungen, welche zuletzt durchaus positive Signale gesendet hätten, scheine die Unsicherheit aufgrund deutlicher Anstiege der Infektionszahlen weiter zu überwiegen. Die ablaufende Woche sei insbesondere von Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone geprägt gewesen. In Deutschland habe die Industrieproduktion im Mai um 7,8% p.m. zulegen können, nachdem diese im April um 17,5% eingebrochen sei. Heute würden Italien und Frankreich Zahlen zur Industrieproduktion für den Monat Mai veröffentlichen. Hier werde ein noch deutlicherer Rebound erwartet (24% bzw. 22%), sei der Einbruch im April doch auch ausgeprägter gewesen (-19,1% bzw. -22,1%).

Die entscheidende Frage der nächsten Wochen werde sein, wie stark die steigenden Infektionszahlen die beginnende wirtschaftliche Erholung bremsen bzw. verzögern würden. Gestern veröffentlichte Daten zum US-Arbeitsmarkt würden bislang auf eine Fortsetzung der Verbesserung hindeuten. Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seien in der ersten Juliwoche erneut zurückgegangen (1,314 vs. 1,413 Mio.), wenn auch weiterhin über 18 Millionen Menschen Arbeitslosenunterstützung beziehen würden. Ein Zusammenhang mit den neuen Infektionsherden könne bislang noch nicht hergestellt werden, seien die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in Florida, Georgia, Indiana und Kalifornien weiter zurückgegangen, während Anstiege insbesondere in New Jersey und Texas zu verzeichnen seien. (10.07.2020/alc/a/a)