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Die Zinsen werden nicht durch die Decke gehen


19.02.21 11:30
Merck Finck Privatbankiers

München (www.anleihencheck.de) - Bessere Konjunkturdaten insbesondere in den USA haben speziell die Renditen am Treasury-Markt, in dessen Sog aber auch jene für Bundesanleihen, etwas ansteigen lassen, so die Experten von Merck Finck.

"Der jüngste Renditeanstieg spiegelt die Aussicht auf eine kräftige frühzyklische Konjunkturerholung und die gestiegenen Inflationserwartungen wider", sage Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck rechne aber "nur mit einem moderaten Renditeanstieg, insbesondere in Europa". Seine Erklärung: "Erste Daten wie die amerikanischen Einzelhandelsumsätze sind bereits Vorboten des von Nachholeffekten geprägten frühzyklischen US-Aufschwungs, der früher als in der EU beginnen und stärker ausfallen wird."

Dabei werde die Inflation beidseits des Atlantiks nur vorübergehend deutlich anziehen, zum Jahresende werde sie laut Merck Finck in der Eurozone wieder knapp unter einem und in den USA knapp unter 2 Prozent liegen. Greil weiter: "Die zehnjährige Bundrendite dürfte auch nächste Jahr noch negativ bleiben und die für entsprechende US-Staatsanleihen nur langsam auf 1,5 Prozent zum Ende diesen Jahres und auf 1,75 Prozent bis Ende 2022 anziehen."

Kommende Woche stünden nicht nur in Deutschland erneut Stimmungsdaten im Fokus: Am Montag das ifo-Geschäftsklima für Februar sowie am Donnerstag das GfK-Konsumklima für März. Zudem veröffentliche das Statistische Bundesamt zur Wochenmitte das finale Bruttoinlandsprodukt für das Schlussquartal 2020. Weitere wichtige Sentiment-Barometer seien am Dienstag das US-Verbrauchervertrauen sowie am Donnerstag das Wirtschaftsvertrauen der Eurozone und die offiziellen chinesischen Einkaufsmanagerindices am Sonntag in einer Woche - alle für den laufenden Monat.

Zudem würden am Dienstag finale Inflationszahlen für den Euroraum sowie am Donnerstag Geldmengenzahlen in den Fokus rücken. Ebenfalls am Donnerstag stünden in den USA die zweite Schätzung der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2020 und Auftragseingangszahlen für Januar an. Und während in Großbritannien der Arbeitsmarktbericht am Dienstag komme, gehe der Blick am Freitag auf japanische Industrie- und Einzelhandelszahlen und Kerninflationsdaten in Amerika.

ZITATE:

"Der jüngste Renditeanstieg spiegelt die Aussicht auf eine kräftige frühzyklische Konjunkturerholung und die gestiegenen Inflationserwartungen wider. Ich rechne aber insbesondere in Europa nur mit einem moderaten Renditeanstieg."

"Erste Daten wie die amerikanischen Einzelhandelsumsätze sind bereits Vorboten des von Nachholeffekten geprägten frühzyklischen US-Aufschwungs, der früher als in der EU beginnen und stärker ausfallen wird."

"Die Inflation wird zwar beidseits des Atlantiks deutlich anziehen - allerdings nur vorübergehend. Zum Jahresende sehen wir sie in der Eurozone wieder knapp unter einem und in den USA knapp unter 2 Prozent."

"Die zehnjährige Bundrendite dürfte auch nächstes Jahr noch negativ bleiben, und die für entsprechende US-Staatsanleihen nur langsam auf 1,5 Prozent zum Ende diesen Jahres und auf 1,75 Prozent bis Ende 2022 anziehen." (19.02.2021/alc/a/a)