Erweiterte Funktionen

Zinsen und Aktien treten in ein neues Marktparadigma ein


08.04.21 11:00
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Aktienmärkte zeigen sich in diesem Jahr volatiler, wenngleich die jüngsten Höchststände bei diversen Börsenindices den Eindruck suggerieren, dass es fast nur nach oben geht, wir halten dennoch eine vorsichtige Haltung für angebracht und Investoren sollten nicht zu optimistisch sein, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management.

Dazu trage bei, dass die seit mehr als 30 Jahren gültige positive Korrelation zwischen langfristigen Zinsen und den Aktienmarktkursen beginne sich umzukehren. Zukünftig sei deshalb bei steigenden Zinsen tendenziell mit fallenden Aktienkursen - und umgekehrt - zu rechnen. Grund dafür sei ein Wechsel der makroökonomischen Risiken weg von Deflation hin zu Inflation. Dieses neue Marktparadigma sei bereits in der Zeit von 1966 bis 1997 zu beobachten gewesen. In einem derartigen Umfeld hätten zinssensitive Wachstums- und Technologiewerte mehr Mühe als zyklische Industriewerte und Substanzwerte.

Auffallend gewesen sei zudem in jüngster Zeit der verhältnismäßig starke Zinsanstieg in den USA - trotz klarer Aussagen der US-Notenbank, dass die Inflation langfristig tief bleiben werde, der Arbeitsmarkt noch große Probleme habe und das aktuelle Anleihenkaufprogramm (Quantitative Easing) unverändert weitergeführt werde. Damit habe eine graduelle Entkopplung des Markts von der ultra-lockeren Geldpolitik eingesetzt. Nun werde das Markttiming auch bei Aktien schwieriger und die Börsen würden sich zunehmend unberechenbar verhalten. Vorerst würden aber die globalen Trends beim Wirtschaftswachstum, den Rohstoffen, der Inflation, den Zinsen und am Devisenmarkt moderat bleiben und die Zentralbanken hätten die Lage derzeit noch gut unter Kontrolle. Erste Entkoppelungen an den Zinsmärkten würden sich zwar schon jetzt zeigen, aber noch keine eigentliche Gefahr darstellen. Trotzdem würden die Experten von Fisch Asset Management jederzeit mit temporären Beschleunigungen der Bewegungen und plötzlichen Volatilitätsschüben rechnen.

In diesem Umfeld lohne sich ein näherer Blick auf Wandelanleihen. Die Experten von Fisch Asset Management sähen in ihnen ein geeignetes Markttiming-Instrument. Aufgrund der asymmetrischen Partizipation an den Bewegungen des Aktienmarkts, die in der Regel rund zwei Dritteln bei steigenden Märkten und einem Drittel bei fallenden Märkten entspreche, würden Wandelanleihen typischerweise bei fallenden Aktienmärkten deutlicher weniger verlieren, während sie gleichzeitig am Aufschwung substanziell teilhätten. Das Kursverhalten der Wandelanleihen entspreche einer prozyklischen, automatischen Timing-Strategie, die bei fallenden Aktienkursen schnell Risiko reduziere, bei steigenden aber Risiko aufbaue. Wandelanleihen seien zudem weniger zinssensitiv als normale Anleihen mit gleicher Laufzeit. Und das Wandelanleihenuniversum beinhalte einen "Wachstumsfilter". In Sektoren, die gut laufen würden oder sich in einer Turnaround-Situation befänden, komme es zu vielen Neuemissionen. Damit erneuere sich das Wandelanleihenuniversum fortlaufend in den vielversprechendsten Sektoren. (08.04.2021/alc/a/a)