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Zinsanstieg belastet im Wochenverlauf


22.02.21 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der durch Inflationssorgen befeuerte Anstieg der Renditen beschäftigte und belastete in der Berichtswoche die Finanzmärkte, so die Experten von Union Investment.

Sowohl bei den sicheren Staatsanleihen wie US-Schatzanweisungen oder deutschen Bundespapieren als auch in den Peripheriestaaten des Euroraums sei unter entsprechenden Verlusten die Verzinsung weiter angestiegen. Die US-Aktienmärkte hätten zunächst noch neue Höchststände erzielt, ehe dann in Richtung Wochenschluss eine Konsolidierung eingesetzt habe. Per Freitagvormittag hätten die europäischen und auch die US-Indices nur geringe Veränderungen gegenüber dem Vorwochenschluss aufgewiesen.

Unter den zur Erstellung des ZEW-Index befragten Finanzanalysten nehme die Zuversicht für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft zu. Die Erwartungskomponente im Index sei überraschend um fast zehn auf 71,2 Punkte angestiegen. Dies sei der dritte Anstieg in Folge auf den höchsten Stand seit September 2020 gewesen. Auf Sicht von sechs Monaten werde beim Konsum und dem Handel von einem deutlichen Aufschwung ausgegangen. Damit einhergehend hätten auch die Inflationserwartungen zugelegt. Die Einschätzung zur aktuellen Lage habe hingegen mit minus 67,2 Punkten nahezu unverändert seitwärts tendiert.

Der deutsche Markit-Einkaufsmanagerindex für Februar habe mit 51,3 Punkten über der Erwartung gelegen. Vor allem habe das Verarbeitende Gewerbe deutlich zugelegt. Die Dienstleistungen seien - Corona-bedingt - etwas zurückgegangen.

In der Berichtswoche hätten zudem einige interessante US-Wirtschaftsdaten auf der Agenda gestanden. Die Einzelhandelsumsätze hätten im Januar mit plus 5,3 Prozent deutlich zugelegt, der Zuwachs sei weit über die Schätzungen der Analysten (plus 1,1, Prozent/Bloomberg) hinausgegangen. Nachholeffekte aus dem durch Corona eingeschränkten Weihnachtsgeschäft, die Auszahlung staatlicher Unterstützungen bis Mitte Januar und die - im Vergleich zur ersten Corona-Welle - mittlerweile weniger umfangreichen Lockdowns in den Staaten dürften hierfür verantwortlich gewesen sein. Allerdings ergebe sich angesichts des starken Zuwachses Raum für Rückschläge im Februar.

Ebenfalls deutlich über den Schätzungen hätten die US-Produzentenpreise im Januar gelegen. Der Anstieg um 1,3 Prozent (Konsens plus 0,4 Prozent) sei in erster Linie auf den Gesundheitssektor zurückzuführen gewesen. Dieser habe eine hohe Gewichtung innerhalb des maßgebenden Warenkorbs. Auch sei die US-Industrieproduktion im Januar gegenüber Dezember um 0,9 Prozent (Schätzung plus 0,4 Prozent) deutlich angestiegen.

Der US-Arbeitsmarkt verliere hingegen an Schwung. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hätten in der Vorwoche bei 861.000 und damit ein ganzes Stück über den Erwartungen von 773.000 gelegen.

Die US-Notenbank FED habe ihr Protokoll (Minutes) zur vergangenen Sitzung vom 27. Januar veröffentlicht. Der mittelfristige Ausblick habe sich der FED-Einschätzung zufolge etwas verbessert. Die Wertpapierankäufe würden aber so lange fortgesetzt, bis sich erkennbare Fortschritte zeigen würden. Die Kommunikation hinsichtlich einer Straffung der Geldpolitik werde, sofern diese kommen sollte, zeitlich mit großem Vorlauf erfolgen. Ein für die Märkte überraschendes Tapering (Rückführung) der expansiven Maßnahmen dürfte somit ausgeschlossen sein.

Beim Protokoll der Europäischen Zentralbank (EZB) habe es keine neuen Erkenntnisse gegeben. Die Gründe für einen vorsichtigen Optimismus bezüglich einer Erholung im Verlauf von 2021 hätten dort die Oberhand behalten. In der Berichtswoche sei zudem bekannt geworden, dass die EZB im September die Ergebnisse ihrer Strategie-Überprüfung vorlegen werde.

Der Ölpreis habe zudem weiter deutlich zugelegt. Der Future-Kontrakt auf die US-Sorte WTI habe in der Berichtswoche mit etwas mehr als 61 US-Dollar je Barrel den höchsten Stand seit September 2020 erreicht. Der harte Wintereinbruch im US-Staat Texas habe zu Unterbrechungen der Ölförderung und -verarbeitung gesorgt. Seit Jahresbeginn betrage der Anstieg des WTI-Preises bereits etwas mehr als 25 Prozent. Auch habe der Preis für Erdgas zu Wochenbeginn um mehr als zehn Prozent angezogen.

Die Kryptowährung Bitcoin habe weiter fest tendiert. In der Berichtswoche sei erstmals die Marke von 50.000, - US−Dollar je Bitcoin geknackt worden. (Ausgabe vom 19.02.2021) (22.02.2021/alc/a/a)