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Zentralbank-Intervention gegen PLN möglich


04.02.21 09:00
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die polnische Nationalbank (NBP) beließ bei der gestrigen Sitzung des geldpolitischen Rates ihren Leitzinssatz erwartungsgemäß unverändert bei 0,10%, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Auf dieses Tiefstniveau sei der Referenzsatz während der ersten Welle der Covid-19-Pandemie im Frühling 2020 in mehreren Schritten von ursprünglich 1,50% gesenkt worden. Die Inflation von 3,00% und mehr bis November sei im Dezember auf 2,40% zurückgegangen (knapp unter den Zielwert der NBP von 2,50%). Die NBP werde, wie viele andere Zentralbanken, weiterhin Staatsanleihen und staatlich garantierte Anleihen am Sekundärmarkt kaufen.

Anders als die meisten Zentralbanken habe sie gestern als zusätzliche Lockerungsmaßnahme explizit die Möglichkeit von Kursinterventionen am Devisenmarkt erwähnt. Bereits im Dezember habe sie interveniert, laut Meinung mehrerer Ökonomen um EUR/PLN nicht viel unter 4,50 fallen zu lassen - die NBP selbst habe bisher keine Kursgrenze bekannt gegeben, ab welcher der PLN zu stark wäre. Solange nicht alle Zentralbanken gleichzeitig die eigene Währung schwächen würden, handele es sich um ein wirksames geldpolitisches Instrument, wie die tschechische Nationalbank in den Jahren 2013 bis 2017 bewiesen habe. (04.02.2021/alc/a/a)