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Zehnjährige Bunds wieder unter 0,35%


06.11.17 15:22
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen deutscher Bundesanleihen tendierten in der vergangenen Woche moderat nach unten, sodass zehnjährige Bunds wieder unter 0,35% liegen, so die Analysten der Nord LB.

Etwas stärker hätten die Renditen amerikanischer Treasuries bis unter 2,33% nachgegeben, sodass der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen wieder unter die Marke von über 200 Basispunkten gefallen sei. Datenseitig seien in dieser Woche keine Impulse zu erwarten. Ein wenig würden deswegen noch die Entwicklungen der vergangenen Woche nachklingen, als die FED die Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen habe. In dem von den Notenbankern verfassten Bericht sei aber darauf hingewiesen worden, dass die Hurrikane den grundsätzlichen Aufwärtstrend der US-Wirtschaft nicht gefährden würden. Als wichtiges hawkishes Signal habe aufgefasst werden können, dass das Wirtschaftswachstum als "solide" und nicht nur wie vorher als "moderat" bezeichnet worden sei. Dies sei als bedeutsamste Bestätigung interpretierbar, sodass auf der kommenden FOMC-Sitzung am 14. Dezember mit einer Zinsanhebung gerechnet werden sollte.

Zudem würden die Plots in den September-Projektionen darauf hindeuten. Das wahrscheinlichste Basisszenario der Analysten für die geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve in den kommenden Monaten bleibe entsprechend unverändert eine dritte Zinsanhebung im Dezember. Für 2018 würden sie zwei moderate Rate Hikes erwarten - allerdings seien auch drei nicht auszuschließen. Spannend sei die Entscheidung Donald Trumps gewesen, den bisherigen Governor im FOMC, Jerome Powell, als zukünftigen FED-Präsidenten vorzuschlagen. Powell, der als Zentralist im Gremium gelte, spreche für eine gewisse Kontinuität nach Janet Yellen. Da es John Taylor nicht geworden sei, der eher hawkish einzuschätzen sei, bleibe der ansonsten wohl eingesetzte Renditeanstieg vorerst aus. Stattdessen hätten die Renditen zunächst einmal nachgegeben. Allerdings werde es auch unter Powell Zinsanhebungen in 2018 geben, sodass der grundsätzliche Renditetrend tendenziell gen Nordosten zeige. (06.11.2017/alc/a/a)