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Wirtschaft- und Finanzmarktausblick: Vorsichtiger Optimismus für 2018-19, aber Wachsamkeit angebracht


12.09.18 10:45
Bank J. Safra Sarasin AG

Basel (www.anleihencheck.de) - "Die Angst vor einem ausgewachsenen Handelskrieg und Ansteckungseffekten in den Schwellenländern, einer Regierungsübernahme durch populistische Parteien in Italien und einem ungeordneten Brexit hatte 2018 eine erhöhte Volatilität zur Folge. Nach historischen Standards war aber das globale Wachstum weiter stark, was sich auch in den Unternehmensgewinnen niedergeschlagen hat. Wir sehen die erwartete geldpolitische Straffung als Teil des normalen Prozesses in dieser Phase des Konjunkturzyklus. Wir gehen davon aus, dass die Aktienmärkte in den verbleibenden Monaten 2018 die "Wall of Worry" erklimmen werden", so Dr. Karsten Junius, Chief Economist bei der Bank J. Safra Sarasin AG.

Die Divergenz zwischen der Zentralbankpolitik in den USA und Europa dürfte sich fortsetzen. Die Analysten würden erwarten, dass die FED 2018 noch zweimal und 2019 dreimal die Zinsen erhöhen werde, um ein Überhitzen der Wirtschaft zu verhindern. Die EZB dürfte ihre erste Zinserhöhung kaum vor dem Sommer 2019 ankündigen, werde aber voraussichtlich bis Jahresende ihr Anlagenkaufprogramm einstellen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) werde wohl bis zur zweiten Jahreshälfte 2019 abwarten, bevor sie ihre Leitzinsen anhebe. Angesichts der Stärke der Schweizer Wirtschaft und der wachsenden weltwirtschaftlichen Risiken würden die Analysten allerdings davon ausgehen, dass sich der Anstieg des Schweizer Franken fortsetzen werde.

Dr. Jan Amrit Poser, Chief Strategist und Head of Sustainability Research bei der Bank J. Safra Sarasin: "Wir glauben, dass die Märkte in der Lage sind, einige der potenziellen Eisberge sicher zu umschiffen. Handelskriege gehen in der Regel nach hinten los, und wir sehen reichlich Spielraum für Deals zwischen den Kontrahenten. Europa wird derzeit von Populismus heimgesucht, hat aber wirtschaftlich viel getan, um die Haushalte wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die chinesische Regierung wird die interne Verschuldung steuern, was eine weitere Konjunkturabschwächung mit sich bringen wird. Wir gehen davon aus, dass Aktienanleger auch 2018 und 2019 noch angemessene Renditen erzielen können. Es gibt bedeutende langfristige Trends im Bereich Wasserinfrastruktur und -technologien, die Aufmerksamkeit verdienen und Chancen für Anleger bieten."

Die wichtigsten Anlageempfehlungen der Bank für den Rest des Jahres 2018:

- Die Aktienbewertungen seien gemessen an den Fundamentaldaten noch angemessen.

- High-Yield- und Investment-Grade-Anleihen würden Schwäche zeigen, aber es gebe interessante Chancen bei ausgewählten Schwellenländeranleihen.

- Fokus auf die Innovationstreiber für eine künftige nachhaltige Wirtschaft. Unternehmen mit nachhaltigen bahnbrechenden Technologien in Bereichen wie erneuerbare Energien, Regenwassernutzung, CO2-Recycling, urbane Landwirtschaft und 3D-Druck dürften von langfristigen Trends profitieren, die die Unternehmenswelt der Zukunft prägen würden. (12.09.2018/alc/a/a)