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Wird die Bank of England zum Handeln gezwungen?


03.11.20 10:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Mit einem Anstieg auf 53,7 Punkte überraschte der britische Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe gestern positiv, so die Analysten von Postbank Research.

Allerdings dürften die am vergangenen Wochenende von Premierminister Johnson angekündigten neuen Coronavirus-Maßnahmen vor allem den Dienstleistungssektor belasten und die Konjunkturerholung bedrohen. Dadurch könnte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verschlechtern; die Arbeitslosenquote befinde sich bereits seit Monaten im Aufwärtstrend und sei zuletzt auf 4,5 Prozent gestiegen. Trotz der sich abzeichnenden Fortschritte in den Brexit-Verhandlungen dürften die anhaltende Unsicherheit rund um den Brexit sowie die zweite Viruswelle die britischen Konsumenten zusätzlich verunsichern. Die Deutsche Bank erwarte daher, dass die englische Zentralbank auf ihrer Sitzung am Donnerstag die Geldpolitik weiter lockere.

Um die neuen Fiskalmaßnahmen der Regierung zu unterstützen und die diesjährigen Rekordemissionen britischer Staatsanleihen im Wert von 533 Milliarden Pfund aufzufangen, erscheine eine erneute Ausweitung der Anleihekäufe im Volumen von 60 bis 75 Milliarden Pfund wahrscheinlich. Denn obwohl die Diskussion um negative Leitzinsen wieder neu entfacht werden dürfte, sei diese Option aus Sicht der Zentralbank zuletzt weniger wahrscheinlich geworden. Das Britische Pfund dürfte daher stärker von der Entwicklung des Brexits als von der nächsten geldpolitischen Entscheidung beeinflusst werden. (03.11.2020/alc/a/a)