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Wie reagiert die EZB auf die Euro-Stärke?


08.09.20 11:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im Juli legte die deutsche Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent zu, nachdem sie im Juni noch um 8,9 Prozent im Vormonatsvergleich gewachsen war, so die Analysten von Postbank Research.

Damit lägen die neuesten Daten nicht nur unter den Erwartungen - sie würden auch andeuten, dass die europäische Konjunkturerholung an Dynamik verliere. Dies dürfte die europäischen Währungshüter auf der EZB-Sitzung am Donnerstag jedoch weniger beschäftigen als eine mögliche inflationsdämpfende Wirkung der aktuellen Euro-Stärke. Die Hürde für geldpolitische Maßnahmen zur Eindämmung der Euro-Aufwertung dürfte aber hoch sein, da die EZB ihre Geldpolitik bisher nie gelockert habe, wenn diese Stärke überwiegend verbesserte Wirtschaftsaussichten widergespiegelt habe.

Zudem sei nicht nur der Spielraum für Zinssenkungen begrenzt, die Geldpolitik sei auch im Juni bereits deutlich gelockert worden. Allerdings dürften die Währungshüter die konjunkturellen Abwärtsrisiken aufgrund der zuletzt wieder wachsenden Zahl an Virus-Infektionen betonen und sich die Möglichkeit für zukünftige geldpolitische Lockerungen offenhalten. Sollte es bis Jahresende zu einer weiteren Lockerung kommen, erscheine eine Ausweitung der monatlichen Anleihekäufe am wahrscheinlichsten. (08.09.2020/alc/a/a)