Wie positionieren sich die US-Notenbanker hinsichtlich der künftigen Geldpolitik?


05.09.17 08:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Erneut bestritten Konjunkturdaten aus China den Auftakt am Morgen: Die Einkaufsmanagerindices für das Dienstleistungsgewerbe und der Gesamtindex konnten überzeugen, so die Analysten der National-Bank AG.

Die guten Nachrichten dürften eine Fortsetzung mit der Veröffentlichung der teils endgültigen Markit-Einkaufsmanagerindices für das Dienstleistungsgewerbe aus verschiedenen Ländern des Euroraums finden. Die Werte würden einmal mehr zeigen, dass der wirtschaftliche Aufschwung zumindest in den nächsten Monaten robust bleibe. Im weiteren Tagesverlauf seien die US-Auftragseingänge zu beachten. Die Daten für den Juli seien aber durch den Vormonat verzerrt, sodass sich die Aussagekraft in Grenzen halten werde. Insgesamt würden die Wirtschaftsdaten jedoch wenig Einfluss auf das Geschehen auf den Rentenmärkten ausüben.

Zum einen würden sich Gerüchte halten, dass Nordkorea den Test einer weiteren Langstreckenrakete vorbereite, sodass "sichere Anlagehäfen" im asiatischen Handel gesucht gewesen seien. Von den zahlreichen Verurteilungen der jüngsten Provokation durch Nordkorea habe sich die dortige Regierung nicht beeindrucken lassen. Wenn die Länder in der Region eine Verhandlungslösung anstreben würden, würden sie als nächstes die Sanktionsschraube noch einmal anziehen müssen. China komme dazu eine Schlüsselrolle zu. Offen sei jedoch inzwischen, wie viel Zugriff die chinesische Führung noch auf Pjöngjang habe. Insgesamt bleibe die Lage auf der koreanischen Halbinsel sehr angespannt, zumal davon auszugehen sei, dass es weitere Provokationen geben werde. An den Kapitalmärkten scheine sich diesbezüglich langsam ein "Gewöhnungseffekt" einzustellen.

Beginnend mit dem Nachmittag hätten zahlreiche US-Notenbanker ihre Auftritte. Derjenigen von Lael Brainard sei am meisten zu beachten. Sie verfüge zum einen über ein permanentes Stimmrecht im FOMC. Zum anderen habe sie sich bislang immer am deutlichsten für eine Beibehaltung der lockeren Geldpolitik eingesetzt. Sie habe zugleich Zweifel daran, dass die schwache Preisdynamik in den USA nur einen temporären Charakter habe, auch wenn sie mit ihren Kollegen übereinstimme, dass der Abbau der Bilanz der FED sobald als möglich beginnen solle. Dementsprechend könnten Äußerungen, wonach sie immer mehr Zweifel an dem temporäre Charakter der niedrigen Preisdynamik habe, durchaus Einfluss auf die Investoren haben, die dann ihre Erwartungen steigender Leitzinsen noch weiter in die Zukunft verschieben könnten.

Über die Ergebnisse der Tagung des EZB-Rats werde weiter spekuliert werden. Einen weiteren Anlass biete dazu die erneute Abweichung vom Kapitalschlüssel im Zuge des Anleiheankaufprogramms. Wieder seien Emissionen aus Italien oder Spanien bevorzugt worden. Eine öffentliche Diskussion darüber gebe es bislang noch nicht. Dennoch sei nicht damit zu rechnen, dass sich die EZB zur Zukunft des QE-Programms am Donnerstag äußern werde.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit leichten Gewinnen in den Handelstag starten und sich dann zwischen 164,40 und 165,75 bewegen. Die Anleiheaufstockungen aus Österreich würden problemlos absorbiert werden. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,10 und 2,25% schwanken. (05.09.2017/alc/a/a)





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