Erweiterte Funktionen

Wenig Neues von der EZB-Ratssitzung, keine Entscheidung zur Verringerung der Anleihekäufe


07.09.17 16:00
State Street Global Markets

Boston (www.anleihencheck.de) - Die heutigen Kommentare von EZB-Präsident Mario Draghi bestätigten, dass die Zentralbank noch nicht bereit ist, Details zum Ende ihrer unkonventionellen Geldpolitik bekanntzugeben, so Timothy Graf, Leiter der Abteilung Macro Strategy bei State Street Global Markets EMEA.

Sorgen wegen der Stärke des Euro, die zuletzt in inoffiziellen Kreisen die Runde machten, scheinen der EZB zu denken zu geben, da die jüngste Aufwertung der Gemeinschaftswährung vermutlich den Preisdruck abschwächen und die Inflation somit unter der Zielrate halten wird, so der Experte weiter. Der Versuch Draghis, die Stärke des Euros hervorzuheben, scheine den Euro jedoch nur noch mehr gestärkt zu haben.

Nach der heutigen EZB-Ratssitzung gab Mario Draghi nur wenig Neues bekannt, so Brendan Lardner, Active Fixed Income Portfolio Manager bei State Street Global Advisors. Jegliche Entscheidung über eine Verringerung der monatlichen Anleihekäufe der EZB sei somit auf den nächsten Monat verschoben worden. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone habe sich zwar spürbar beschleunigt, jedoch sei die Inflationsentwicklung weiter hinter den Erwartungen zurückgeblieben. In diesem Zusammenhang sei auch die jüngste Stärke des Euro nicht zuträglich, da sie die Inflation voraussichtlich dämpfen werde.

Wegen technischer Beschränkungen müssten die monatlichen Anleihekäufe ab dem nächsten Jahr allmählich verringert werden. Das Ergebnis der heutigen Sitzung zeige jedoch, dass sich die Mehrheit der EZB-Ratsmitglieder scheinbar mehr Zeit für die Beurteilung der eingehenden Wirtschaftsdaten nehmen wolle, um allen relevanten Organen der Zentralbank die Möglichkeit zu geben, Maßnahme für die allmähliche Rückabwicklung des Programms auszuarbeiten. Wenn die Entscheidung zur Verringerung der Anleihekäufe schließlich gefallen sei, dürfte die geldpolitische Akkommodation nur vorsichtig und in großer Abhängigkeit von den Wirtschaftsdaten reduziert werden. (07.09.2017/alc/a/a)