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Weltwirtschaft gewinnt an Dynamik - aber Zinsen bleiben niedrig


13.09.17 13:00
LOYS

Oldenburg (www.anleihencheck.de) - Selbst Europas Krisenland Hellas schloss sich dem Wachstumspfad an und wurde prompt mit einer besseren Bonitätsbewertung durch die Ratingagenturen belohnt, so die Experten von LOYS.

Nachdem die Eurozone bereits seit Monaten über bessere Handelsgeschäfte berichte, hätten zuletzt auch die Vereinigten Staaten von Amerika für das zweite Ouartal ein Wirtschaftswachstum von 3% vermeldet. Übertroffen werde diese Belebung noch vom nördlichen Nachbar Kanada, der mit 4,5% ein strammes Wachstumstempo angeschlagen habe. Die Zahl sei umso bemerkenswerter, da Kanada als starkes Rohstoffland tendenziell unter den niedrigen Rohstoffpreisen leide. Immerhin hätten sich aber metallische Rohstoffe - allen voran Palladium - in diesem Jahr recht sportlich nach oben entwickeln können.

Aber auch aus Asien seien positive Signale zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklungstendenz gekommen. Nicht nur China habe das prognostizierte Wirtschaftswachstum von 6,5% abliefern können sondern auch Japan habe mit guten Konjunkturdaten positiv zu überraschen gewusst. In einem solchen Szenario wäre eigentlich mit steigenden Zinsen zu rechnen gewesen, aber genau das Gegenteil sei in den letzten Wochen eingetreten.

In Amerika liebäugele die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen (die sogenannten Treasury Notes oder T-Notes) erneut mit der Zwei-Prozent-Marke und widersetze sich damit dem Menetekel einer verweigerten Erhöhung der Staatsschuldenobergrenzen in den kommenden Wochen. Angesichts einjähriger Nominalzinsen in Höhe von ca. 1,2% bleibe festzustellen, dass fast zwei Jahre nach der amerikanischen Zinswende selbst in den USA immer noch negative Realzinsen vorherrschend seien. Spannend werde es sein, zu beobachten, ob das Geschachere um eine erneute Staatsschuldenausweitung in den USA abermals zu einer marktbeeinflussenden Farce mutiere. Besonders in der Entwicklung des US-Dollars gegenüber anderen wichtigen Währungen könnten die Ausläufer politischer Überwerfungen spürbar werden.

In Europa seien die Zinsen ebenfalls zuletzt gefallen und im Niveau ihren Tiefständen nahe. Einjährige deutsche Staatsanleihen würden nominale Renditen von minus 0,75% aufweisen. Nehme man die Geldentwertung von 1,8% hinzu, so würden Zinssparer in solchen Anlagen einen jährlichen Vermögensverlust von mindestens 2,5% erleiden. In der Vergangenheit hätten solch niedrige Zinsen zur Abschwächung der Währung geführt, aber auch dieser Zusammenhang sei jüngst durch den flotten Anstieg des Euros konterkariert worden. Hierzu habe nicht unwesentlich die Durchsetzung erster Arbeitsmarktreformen in Frankreich unter dem neuen Präsidenten Macron beigetragen.

Insgesamt könnte man also von einer recht freundlichen Sommerbörse sprechen, wenn nicht das Säbelrasseln Nordkoreas verstärkt in die mediale Aufmerksamkeit gerückt wäre. Für die LOYS-Fonds sei die Situation in Korea von konkreter Bedeutung, denn es bestünden überschaubare Positionen in einigen südkoreanischen Aktien. Gleichwohl habe sich das große Bild an den Finanzmärkten bislang nicht verändert, denn Zinsanlagen würden bis auf Weiteres als Alternative zum Aktieninvestment völlig unattraktiv bleiben. (13.09.2017/alc/a/a)