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Weltweite Rentenmärkte drehen nach schwachem Start ins Plus


12.06.17 11:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das marktbeherrschende Ereignis am europäischen Rentenmarkt war im Mai zunächst die Präsidentschaftswahl in Frankreich, so die Experten von Union Investment.

Emmanuel Macron habe die Stichwahl gegen Marine Le Pen deutlicher gewonnen als zuvor angenommen. Viele Marktteilnehmer hätten erleichtert auf den Wahlausgang reagiert. Die Folge sei eine wieder höhere Risikobereitschaft der Anleger gewesen. In diesem Umfeld seien vor allem Anleihen aus den Peripherieländern gefragt gewesen. Papiere aus Italien, Spanien und Portugal hätten hierbei teils deutliche Kursaufschläge verzeichnet. Zum Monatsende hin habe sich das Blatt in Italien jedoch gewendet, als mögliche Neuwahlen im September auf die Agenda gerückt seien. In Umfragen lägen die Sozialdemokraten und die europakritische 5-Sterne-Bewegung nah beieinander. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index hätten europäische Staatsanleihen im Mai 0,6 Prozent hinzugewonnen.

US-Schatzanweisungen seien zunächst mit Verlusten gestartet. Gute Konjunkturdaten hätten für höhere Renditen gesorgt. Im weiteren Monatsverlauf hätten die Verluste jedoch wieder aufgeholt werden können. Hierfür sei vor allem US-Präsident Donald Trump verantwortlich gewesen. Seine generell sehr unterschiedlichen Aussagen hätten Zweifel an der Umsetzung zentraler Wahlkampfversprechen aufkommen lassen. Eine Umsetzung dürfte schon allein daran scheitern, dass wichtige Ämter auch Monate nach der Wahl noch immer nicht besetzt seien. Die Kommentare der Notenbanken würden eindeutig auf einen weiteren Zinsschritt im Juni hinweisen. Dieser sei inzwischen vollständig vom Markt eingepreist. Kurzlaufende Papiere hätten mit Blick auf die nächste Zinserhöhung unter Kursverlusten gelitten. Längere Laufzeiten hätten leicht im Plus gelegen, wodurch sich die US-Zinsstrukturkurve etwas verflacht habe. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) seien US-Schatzanweisungen im Mai mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent aus dem Handel gegangen.

Europäische Unternehmensanleihen hätten freundlich tendiert und auf Indexebene 0,4 Prozent an Wert gewonnen. Anleihen aus den Schwellenländern hätten zwischenzeitlich unter einem Korruptionsskandal in Brasilien gelitten, in Summe aber dennoch um 0,9 Prozent zulegen können. (Ausgabe Mai 2017) (12.06.2017/alc/a/a)