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Weltweite Rentenmärkte: Freundliche Tendenz im Juni


15.07.21 12:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Parallel zur beschleunigten Inflationsentwicklung zeigt sich die US-Wirtschaft derzeit in einer äußerst starken Verfassung, so die Experten von Union Investment.

In solch einem Umfeld hätten US-Staatsanleihen eigentlich Kursverluste verkraften müssen. Doch weit gefehlt, die Papiere hätten sogar fester gezogen. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index hätten US-Staatsanleihen im Juni einen Zuwachs von 0,8 Prozent verzeichnet. Hierfür sei vor allem die US-Notenbank verantwortlich gewesen. In den letzten Wochen sei es der FED gelungen, die Marktteilnehmer zu beruhigen. Die klare Botschaft habe gelautet: Man befinde sich in einer Phase vorübergehend höherer Inflationsraten, die aber nicht von langer Dauer sei. Auch die Debatte um eine Reduzierung der Anleihekäufe sei nach den jüngsten Arbeitsmarktberichte, die schwächer als erwartet ausgefallen seien, weniger heftig geführt worden.

Am Euro-Staatsanleihemarkt habe zunächst ein freundlicher Unterton geherrscht. Vielfach sei es zu rückläufigen Renditen gekommen, die mit entsprechenden Kursgewinnen einhergegangen seien. Auch hier hätten die Aussagen der FED und auch der EZB eine wichtige Rolle gespielt, wonach diese vorerst an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten möchten. Darüber hinaus plane die Europäische Zentralbank man auch in den kommenden Monaten, Anleihen im Rahmen des Pandemieprogrammes (PEPP) in signifikant höherem Maße als in den ersten Monaten dieses Jahres anzukaufen.

In der zweiten Monatshälfte habe sich das Blatt dann wieder gewendet. Impffortschritte hätten in vielen Ländern weitere Öffnungsschritte erlaubt und für einen optimistischen Blick in die Zukunft gesorgt. Dadurch sei ein Teil der zuvor erzielten Kursgewinne wieder verloren gegangen. Für Aufsehen hätten auch die ersten Emissionen des europäischen Konjunkturpakets "Next Generation EU" gesorgt. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten Euro-Staatsanleihen im Juni ein Plus von 0,5 Prozent verbucht.

Europäische Unternehmensanleihen hätten ebenfalls freundlich tendiert und, gemessen am ICE BofA Euro Corporate-Index (ER00), einen Zuwachs von ebenfalls 0,5 Prozent verzeichnet. Stabile US-Renditen und feste Rohstoffnotierungen hätten Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) im Juni um 0,7 Prozent steigen lassen. (Ausgabe vom 14.07.2021) (15.07.2021/alc/a/a)