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Was macht die FED?


01.11.21 10:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Für die internationalen Finanzmärkte dürfte am aktuellen Rand eine Frage von ganz zentraler Bedeutung sein: "Was macht das FOMC?", so die Analysten der Nord LB.

Die aktuelle Beschäftigungssituation in den USA lasse Handlungen der FED durchaus zu. Die Arbeitslosenquote (U-3) sei zuletzt unter die Marke von 5,0% gefallen. Zudem würden die jüngsten US-Inflationsdaten die Umsetzung von ersten Maßnahmen zur vorsichtigen Neuausrichtung der Geldpolitik der US-Notenbank eigentlich fast schon erforderlich machen. Insofern dürfte noch in dieser Woche ein Plan zur langsamen Beendigung des QE-Programmes der FED vorgestellt werden. Dieser sollte bereits am aktuellen Rand eine leichte Verringerung der Wertpapierkäufe der US-Notenbank vorsehen.

Bis zum Sommer 2022 könnte dann sukzessive eine Beendigung der Käufe beschlossen werden, was ab Herbst 2022 sogar schon vorsichtige Leitzinsanhebungen ermöglichen würde. Die Analysten der Nord LB haben aber verschiedentlich betont, dass Jerome Powell bei der Neuausrichtung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten wohl nicht zum Überzeugungstäter werden wird. Insofern dürfte es der FED wichtig sein, im Bedarfsfall über Spielräume für eine höhere FED Funds Target Rate zu verfügen. Es stehe auf einem ganz anderen Blatt, ob man diese dann schon in 2022 nutzen wollen werde.

In diesem Kontext werde am Freitag auf die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten zu achten sein. Bei der Zahl der neugeschaffenen Stellen könnte der momentane Personalmangel noch belastend wirken. Nach und nach sei aber auch bei dieser Zeitreihe mit stärkeren Werten zu rechnen. Die Arbeitslosenquote könnte dagegen weiter fallen - aber wohl eher nur leicht. In diesem Umfeld sei die Rendite von US-Staatsanleihen im Laufzeitbereich 2 Jahre zuletzt auf 0,50% angezogen; die Verzinsung im Laufzeitsegment 10 Jahre notiere weiterhin im Bereich von 1,60%. Bei den deutschen Pendants würden sich Renditeniveaus von ziemlich genau -0,60% und -0,10% zeigen.

Im Laufe der Woche werde der Rentenmarkt auch auf Anmerkungen von EZB-Offiziellen und auf die Bank of England zu achten haben. Unter den Notenbankern in London herrsche momentan wohl kein Konsens darüber, ob bereits am aktuellen Rand geldpolitische Maßnahmen ergriffen werden sollten. (01.11.2021/alc/a/a)