Erweiterte Funktionen

Warum sollten Anleger chinesische Anleihen in Betracht ziehen?


17.11.21 11:46
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Die Hauptgründe für eine Investition in chinesische Anleihen sind die Diversifizierungsvorteile, der Renditeunterschied zu den großen Anleihemärkten der Industrieländer und das Potenzial für eine langfristige Währungsaufwertung, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem SPDR Strategie Espresso.

Chinesische Anleihen seien seit letztem Monat in den FTSE World Government Bond Index aufgenommen worden und hätten damit einen festen Platz auf der Landkarte. Sie würden zweifellos einen großen und liquiden Wertpapierpool darstellen, den Anlegern aber noch weitere wesentliche Vorteile bieten. Sie würden nach wie vor weitgehend als Schwellenländeranleihen eingestuft, was eine geringe Synchronisierung der politischen Zyklen bedeute: Die People's Bank of China (PBoC) habe ihre Politik gelockert, während Zentralbanken wie die FED und die Bank of England sich auf eine Straffung der Geldpolitik vorbereiten würden. Dies führe zu einer geringen Korrelation mit den meisten entwickelten Märkten, was bedeute, dass chinesische Anleihen relativ attraktive Diversifizierungsvorteile für globale Anleiheinvestoren bieten könnten.

Chinesische Anleihen würden auch eine attraktive Renditesteigerung im Vergleich zu Staatsanleihen der wichtigsten Industrieländer (DM) bieten.

Die Experten würden davon ausgehen, dass chinesische Anleihen mittel- bis langfristig höhere Renditen als die großen DM-Staatsanleihen erzielen würden. Diese Einschätzung beruht auf dem bestehenden Renditevorteil Chinas gegenüber den wichtigsten DM-Staatsanleihen sowie auf unserer konstruktiven Einschätzung der Aussichten für den CNY (Chinesischer Renminbi Yuan), so die Experten von State Street Global Advisors. Auf Basis der Realrendite würden chinesische Anleihen eine positive inflationsbereinigte Rendite bieten - ein seltenes Gut in der heutigen Welt.

Langfristig würden die Experten den CNY aufgrund des robusten Wachstums Chinas im Vergleich zu den wichtigsten DM/EM-Märkten optimistisch sehen. Diese Einschätzung werde durch die fortgesetzte Öffnung der chinesischen Finanzmärkte (z.B. Aufnahme in den globalen Anleihenindex) und die Zunahme der internationalen Währungsfunktionen (z.B. sei der Marktanteil der chinesischen Währung als internationale Reservewährung seit ihrer Aufnahme in den fünf Währungen umfassenden SZR-Korb des Internationalen Währungsfonds gestiegen) untermauert. Nach Ansicht der Experten biete der chinesische Onshore-Anleihemarkt eine relativ konservative Möglichkeit, sich diesen längerfristigen Rückenwind für die Währung zunutze zu machen.

Der Versuch, sich aktiv für kurzfristige Währungsschwankungen einer Währung zu positionieren, könne jedoch sehr schwierig sein. Als sich entwickelnder Markt unterliege China immer noch den Stimmungsschwankungen der Anleger und der kurzfristigen Volatilität. Aktive Anleger könnten sich für eine Absicherung entscheiden, wenn sie Bedenken hinsichtlich kurzfristiger Risiken wie Chinas langsameres Wachstum, die Lockerungspolitik der PBoC, die Spannungen mit den Vereinigten Staaten oder die Risiken im Kreditsektor des Landes hätten. Potenzielle Hedger sollten sich jedoch über die hohen Absicherungskosten im Klaren sein (z. B. müssten USD-basierte Anleger den kurzfristigen CNY-Zinssatz von fast 3 Prozent als Teil der Absicherung zahlen).

Chinesische Staatsanleihen würden sich starker Zuflüsse erfreuen, da China in mehr EM- und globale Staatsanleihenindices aufgenommen worden sei. Eigenständige Allokationen in China-Anleihen würden ebenfalls immer häufiger, da Anleger versuchen würden, durch Diversifizierung sowohl die Rendite zu steigern als auch die Volatilität ihrer Anleihenbestände zu verringern.

Für Anleger, die diese Ziele mit Hilfe von ETFs erreichen wollten, sei es wichtig zu verstehen, wie sich die Indices voneinander unterscheiden würden, um besser zu beurteilen, wie ein Engagement in China in ihr Anleihenportfolio integriert werden könne. (17.11.2021/alc/a/a)