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Warten auf die Notenbanken


07.06.21 12:45
Berenberg

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Während die Konjunkturdaten in den USA anders als in anderen Regionen zuletzt im Schnitt nicht mehr positiv überraschen konnten, gingen die positiven Gewinnrevisionen global weiter - allen voran in rohstofflastigen Regionen wie Lateinamerika und Osteuropa, so Prof. Dr. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg.

Für Lateinamerika werde nun ein Gewinnwachstum von mehr als 200% für dieses Jahr erwartet. Entsprechend hätten sich Schwellenländeraktien außerhalb Asiens zuletzt auch überdurchschnittlich entwickelt. Bis sich abzeichne, wie die FED agiere und was Joe Biden von seinen Stimulierungspläne auch umsetzen könne, dürfte der Markt nach Meinung der Experten über die nächsten Monate in einem abwartenden Modus bleiben. Während Umfragen eine zuletzt wieder deutlich gestiegene Anlegerstimmung zeigen würden, deute der Optionsmarkt daraufhin, dass sich Anleger doch vermehrt absichern würden. Dies würden die Experten neben den nach wie vor hohen Beständen in Geldmarktfonds und den kontinuierlichen Aktienfondszuflüssen als unterstützend werten. Ohne externen Auslöser würden sie keine stärkere Korrektur erwarten.

Die nächsten Tage stünden im Zeichen der Zentralbanken. Am 10. Juni tage die EZB, am 16. Juni die FED und am 24. Juni die BoE. Mit dem sich abzeichnenden Ende der Corona-Krise dürfte die Konjunkturerholung weiter an Fahrt gewinnen. Zudem dürften die Zentralbanken beginnen zu diskutieren, ab wann sie die Geldflut drosseln würden. Dies dürften die Märkte mit Argusaugen beobachten. Am Dienstag werde der ZEW-Index (Jun.) sowie die Industrieproduktion (Apr.) für Deutschland und die Einzelhandelsumsätze (Apr.) für Italien veröffentlicht.

Am Donnerstag würden die Industrieproduktionsdaten (Apr.) für Italien, Frankreich und Spanien sowie die Verbraucherpreisinflation (Mai) für die USA folgen. Abgeschlossen werde die Woche mit dem US-Verbrauchervertrauen (Jun.) und der UK-Industrieproduktion (Apr.) am Freitag. In der Folgewoche würden die Einzelhandelsumsätze (Mai), die Industrieproduktion (Mai) sowie mehrere Konjunkturstimmungs-Indices für die USA veröffentlicht. (07.06.2021/alc/a/a)