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Warten auf die Bank of Japan


13.07.20 15:53
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Beim Wechselkurs zwischen US-Dollar und Yuan (CNY) ist zum Ende der vergangenen Woche hin wieder die psychologisch wichtige Marke von 7,00 CNY pro USD in den Fokus gerückt, so Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Die Marktteilnehmer hätten aktuell offenbar sehr unterschiedliche Auffassungen bezüglich der weiteren Entwicklungen, was perspektivisch für eine "erhöhte" Volatilität dieses aufgrund der Währungsordnung Chinas eigentlich eher "smoothen" Wechselkurses sprechen könnte. So würden einige Beobachter glauben, dass sich China im Vergleich zu vielen anderen Volkswirtschaften recht nachhaltig vom Covid-19-Schock erholen können werde, was dann für den Yuan sprechen möge. Andere Marktteilnehmer sorgen sich vor der zweiten Welle von Infektionen mit dem Coronavirus und scheinen zu fürchten, dass China an dieser Stelle wieder zügiger mit negativen Meldungen in den Fokus rücken könnte, so die Analysten der NORD/LB. Die Unsicherheit sei in jedem Fall recht ausgeprägt.

In dieser Woche werde vom FX-Segment zudem auf die Bank of Japan zu achten sein. Mit Blick auf die Notenbank in Tokio dürfte wieder einmal gelten, dass es vor allem auf Worte und nicht auf Taten ankommen werde. Mindestens eine "Taube" unter den stimmberechtigen Offiziellen der Bank of Japan dürfte aber für sinkende Leitzinsen votieren. Schon allein die Sorge vor weiteren ökonomischen Belastungen sollte für ein entsprechendes Ansinnen bei einzelnen japanischen Zentralbankern sorgen.

Diese Auffassung dürfte aber keinesfalls mehrheitsfähig sein. Vor allem der Notenbankchef in Tokio sollte aktuell keine Kugeln (oder Pfeile) verschießen wollen, die später noch gebraucht werden könnten; zudem mache er sich Sorgen um Belastungen für die Finanzmarktstabilität, die bei weiteren Leitzinssenkungen zu einer unerwünschten Nebenwirkung werden könnten. In jedem Fall scheine der Devisenmarkt die Herausforderungen, vor denen die Bank of Japan momentan stehe, aktuell sehr realistisch einzuschätzen. Größere geldpolitische Impulse aus Tokio würden jedenfalls nicht erwartet.

Die zum Ende der vergangenen Woche hin wieder aufkommende größere Risikoaversion an den Finanzmärkten habe den Yen entsprechend aufwerten lassen. In London sei zuletzt eher die Fiskalpolitik in den Fokus des Devisenmarktes gerückt. Im Laufe der Woche würden nun einige Offizielle der Bank of England zu Vorträgen auftreten. Mit Blick auf Kanada werde das FX-Segment zudem auf die Notenbanksitzung der Bank of Canada zu achten haben. Die eigentlich recht freundlichen Zahlen zur Lage am kanadischen Arbeitsmarkt hätten dem Loonie nicht helfen können. Einige Marktteilnehmer hätten offenbar auf ein noch etwas stärkeres Absinken der Arbeitslosenquote gehofft. (Ausgabe 29 vom 13.07.2020) (13.07.2020/alc/a/a)