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Wandelanleihen bieten Schutz in Abwärtsmärkten und locken aktuell mit günstigen Einstiegsniveaus


19.05.20 10:45
Lazard Asset Management

Delaware (www.anleihencheck.de) - Auch in der Coronakrise konnten Wandelanleihen ihr Versprechen der "Downside Protection" halten. Für Arnaud Brillois, Lead-Portfoliomanager der Global Convertible Plattform von Lazard Asset Management, sprechen derzeit jedoch noch weitere Gründe für die Assetklasse.

Dazu würden die aktuell günstigen Einstiegsniveaus gehören.

Der Ausbruch des Coronavirus und dessen Folgen hätten zu erheblichen Verwerfungen an den Märkten geführt. In diesem herausfordernden Umfeld hätten Wandelanleihen ihr Versprechen halten und Investoren in Relation zum globalen Aktienmarkt einen gewissen Schutz bieten können: Während der MSCI All Countries World Index in Euro seit Jahresbeginn (Stand: 13. Mai 2020) etwa 11 Prozent an Performance eingebüßt habe, hätten Wandelanleihen, gemessen am Thomson Reuters Convertibles Global Focus Index in Euro, im gleichen Zeitraum einen positiven Ertrag von 1,6 Prozent generieren können.

Grund dafür sei das asymmetrische Rendite-Risiko-Profil von Wandelanleihen: Bei steigenden Aktienmärkten würden Wandelanleihen in hohem Maße an der Aufwärtsbewegung partizipieren, im Fall eines starken Rückgangs der Kurse nehme die Aktiensensitivität von Wandelanleihen jedoch ab und sie würden sich Anleihen-ähnlich verhalten. "Unser Ausblick für den Rest des Jahres ist positiv. Sollte die Volatilität jedoch erneut ansteigen, wird sich die schützende Komponente der Wandelanleihen als nützlich erweisen", kommentiere Brillois.

Neben dem Schutz in Abwärtsmärkten würden Wandelanleihen aus Sicht des Experten derzeit noch weitere interessante Perspektiven bieten. So seien Wandelanleihen auf dem Sekundärmarkt unter dem Gesichtspunkt der impliziten Volatilität aktuell unterbewertet. "Im März ist die implizite Volatilität (bei gleichzeitiger hoher realisierter Volatilität) bei einem so günstigen Niveau angekommen, wie seit zehn Jahren nicht mehr", sage Brillois. Er erwarte, dass sich die Bewertungen von Wandelanleihen innerhalb von drei bis fünf Jahren vollständig erholen würden. "Sollte diese Erwartung eintreffen, könnten geduldige Anleger für eine Anlage in Wandelanleihen mit hohen Gewinnen belohnt werden", so der Experte.

Der wieder geöffnete Primärmarkt könne für Anleger zudem interessante Investment-Möglichkeiten schaffen. "Der Primärmarkt ist derzeit recht aktiv mit einigen Neuemissionen, und wir erwarten, dass die Emissionstätigkeit hoch bleibt", sage Brillois. "Gerade Unternehmen aus Sektoren, die von den Einbrüchen besonders betroffen waren, dürften Wandelanleihen als primäres Finanzierungsinstrument nutzen." Aus zwei Gründen: Einerseits seien die Kuponzahlungen von Wandelanleihen verhältnismäßig gering und daher die Emissionen in Zeiten von ausgeweiteten Credit-Spreads attraktiv. Andererseits würden Wandelanleihen eine eingebettete Kaufoption besitzen. "Steigt die Volatilität der zugrunde liegenden Aktien, steigt durch die eingebettete Option auch die Bewertung der Wandelanleihen", erkläre Brillois. "Emittenten erhalten daher einen höheren Preis - ein zusätzlicher Anreiz für Unternehmen Wandelanleihen zu emittieren."

Darüber hinaus sei die Liquidität von Wandelanleihen im Vergleich zu anderen Assetklassen, wie zum Beispiel High Yield, sehr gut. "Der durchschnittliche Bid-Ask-Spread für Wandler liegt im Normalfall bei 70 Basispunkten. Im März, zum Zeitpunkt der Panik-Verkäufe an den Märkten, erhöhte sich dieser Wert zwar auf 160 Basispunkte, ist nun jedoch fast wieder auf das Niveau von vor der Coronakrise zurückgekehrt", sage Brillois. Zum Vergleich: Moody's 5y Baa Corporate Bond Index beispielsweise habe zwischenzeitlich einen Bid-Ask-Spread von etwa 340 Basispunkten aufgewiesen.

Brillois resümiere: "Die derzeitigen Marktverwerfungen machen eine Convertible-Recovery-Strategie attraktiv, also die Investition in Wandelanleihen von Unternehmen, die bei einer Erholung erhebliches Aufwärtspotenzial haben. Investoren können mit einem solchen Ansatz aktuell sowohl von den Unterbewertungen als auch vom Aufholpotenzial der Wandelanleihen profitieren." (19.05.2020/alc/a/a)