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Vereinigtes Königreich: Fitch äußert sich zum Pandemieeinfluss auf UK-Covered Bonds


10.06.21 12:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Ratingexperten von Fitch haben sich im Rahmen ihres Peer Review von UK Covered Bonds auch zum Einfluss der Pandemie auf die Assetklasse geäußert, so Henning Walten, CIIA, sowie Dr. Frederik Kunze von der NORD/LB.

Im Rahmen der eigenen Analyse rechne Fitch für 2021 immerhin mit einem Plus der Wirtschaftsleistung des Landes von 5%, was vor allem mit dem unterzeichneten Brexit-Vertrag sowie den Impferfolgen begründet werde. Die Payment Holidays hätten in der Spitze im Juni 2020 ein Größenverhältnis von eins zu sechs erreicht (also eines von sechs Mortgage Loans), während der Anteil im Januar 2021 nur noch bei 1,6% der Mortgage Loans gelegen habe.

Fitch führe weiter aus, dass nach den Payment Holidays die meisten Darlehen ungestört fortgeführt worden seien, was eher Vorsichtsmotive als Hintergrund der Inanspruchnahme vermuten ließe. Anstiege bei den rückständigen Forderungen, für die Fitch im laufenden Jahr ein Anstieg auf einen Wert zwischen 1% und 2% erwarte, sollten insbesondere für die Ratings der mit AAA gerateten Programme nicht zu Problemen führen, da die Emittenten rückständige Darlehen ohnehin regelmäßig aus den Deckungsstöcken entfernen würden. Die zu erwartenden Rücksetzer am Immobilienmarkt - als Folge des Auslaufens steuerlicher Anreize (Stichwort: Stamp Duty) - sehe Fitch ebenfalls nicht als allzu große Herausforderung an, was nicht zuletzt mit den geringen Anteilen von Darlehen mit vergleichsweise hohen LTV-Werten zu begründen sei.

Grundsätzlich würden die Analysten der NORD/LB die Auffassung der Ratingexperten von Fitch mit Blick auf die Stabilität von UK Covered Bonds teilen. In Bezug auf die Primärmarktaktivitäten im EUR-Benchmarksegment müsse allerdings von einer mehr als nur zurückhaltenden Dynamik gesprochen werden. Im laufenden Jahr sei bisher einzig die Nationwide Building Society am 26. April mit einer Benchmark (NWIDE 0 1/2 05/05/41; 20y; EUR 500 Mio.) am Markt aktiv gewesen. In 2020 seien lediglich zwei Emittenten auf die Investoren zugegangen: Yorkshire Building Society am 6. Oktober (YBS 0.01 10/13/27; 7y; EUR 500 Mio.) und am 8. Januar Santander UK (SANUK 0.05 01/12/27; 7y; EUR 1,25 Mrd.). Für das Gesamtjahr würden die Analysten der NORD/LB insgesamt mit einem Emissionsvolumen von EUR 2 Mrd. rechnen. Bei Gegenüberstellung mit den Fälligkeiten des Gesamtjahres (EUR 13,1 Mrd.) leite sich bei dieser Prognose eine negative Net Supply von EUR 11,1 Mrd. ab. Insgesamt sähen die Analysten der NORD/LB das Spreadniveau für EUR-Benchmarks aus UK nach wie vor als überhöht an, was nicht zuletzt beim direkten Vergleich mit Emissionen aus Kanada zum Ausdruck komme. (Ausgabe 20 vom 09.06.2021) (10.06.2021/alc/a/a)