Erweiterte Funktionen

Unternehmensanleihen: Im ruhigen Sommergeschäft leicht freundlich


07.09.17 11:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Vor dem Hintergrund rückläufiger Renditen im europäischen Staatsanleihesektor konnten Unternehmensanleihen im August hinzugewinnen, so die Experten von Union Investment.

Auf Gesamtmarktebene (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) seien europäische Corporate Bonds mit Investment Grade-Rating in einem von der Sommerpause geprägten ruhigen Marktumfeld mit einem Plus von 0,6 Prozent aus dem Markt gegangen. Die Risikoaufschläge (Spreads), gemessen an den Asset Swap Spreads, hätten sich um 5 auf 53 Basispunkte ausgeweitet.

Die Situation um Nordkorea habe zwischenzeitlich für etwas Unruhe am Markt gesorgt, aber nicht das Geschehen geprägt. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe sich aufgrund der teils dünnen Marktlage im Rahmen ihres Ankaufprogrammes eher zurückhaltend gezeigt. Die anhaltende Sommerpause habe sich vor allem am Primärmarkt ablesen lassen, denn dort sei die Neuemissionstätigkeit im Berichtsmonat nahezu zum Erliegen gekommen.

Auffällig sei jedoch gewesen, dass vereinzelt vor allem großvolumige Neuemissionen in US-Dollar an den Markt gekommen seien. Neben dem Tabakkonzern BAT, der umgerechnet über 20 Milliarden US-Dollar eingesammelt habe, habe das US-Unternehmen Amazon im Blickpunkt gestanden. Der Online-Versandhändler habe mittels sieben Anleihetranchen insgesamt 16 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung der Übernahme des Unternehmens Whole Foods erlöst. Insgesamt sei am Primärmarkt zu beobachten gewesen, dass die Anleihen, die zur Platzierung angestanden hätten, für die Anleger zumeist sehr teuer gepreist gewesen seien.

Auf Einzeltitelebene habe zum einen nach einer Gewinnwarnung der Generikahersteller Teva im Blickpunkt gestanden. Dabei sei der gesamte Sektor unter Druck geraten. Darüber hinaus sei der Mediensektor von Herabstufungen der Ausblicks-Komponente betroffen gewesen. Hierunter hätten in erster Linie die Aktien und weniger die Anleihen zu leiden gehabt. Zuletzt sei der Möbelhersteller Steinhoff nach einem negativen Artikel eines Wirtschaftsmagazins in Ungnade gefallen. Dies habe dazu geführt, dass die Anleihen der Firma um sechs Preispunkte gefallen seien.

Die politischen Risiken (Nordkorea) würden bestehen bleiben, während die EZB-Ankäufe und die fundamentalen Wirtschaftsdaten für Unterstützung sorgen würden. (Ausgabe August 2017) (07.09.2017/alc/a/a)