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Unternehmensanleihen: Weiter steigende Renditen für das Gesamtjahr 2019 erwartet


07.01.19 10:51
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Nach den deutlichen Spreadanstiegen in den letzten Monaten sehen wir aufgrund unseres Makrobildes durchaus etwas Potenzial für eine kurzfristige Gegenbewegung an den EUR Credit-Märkten in den ersten Monaten 2019, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Trotzdem würden die Analysten für das Gesamtjahr 2019 in einem Umfeld von steigenden Staatsanleiherenditen, anhaltenden politischen Risiken als auch geringerem Wirtschaftswachstum in Summe von weiter steigenden Renditen ausgehen. Zu sehr hätten sich zuletzt die Einzeltitelthemen sowohl im Investment Grade als auch High-Yield Segment gehäuft. Der seit 2012 starke Volumensanstieg der eher niedrigeren Qualitäten am EUR Credit-Markt, vor allem aber auch die in den letzten Jahren steigenden Leveraged Loans mit aus Gläubigersicht schwachen Covenants, würden aus Sicht der Analysten genügend Potenzial bieten, um steigende Ausfallsraten für die Zeit über 2019 hinaus und damit höhere Spreads im Vorfeld zu rechtfertigen.

Die Spreadanstiege in 2018 hätten vor allem im High-Yield Segment eine Trendumkehr in Punkto zukünftige Finanzierungskosten eingeläutet. So sei mittlerweile auf Benchmarkebene ein deutlicher Anstieg der High-Yield Rendite zu verzeichnen, deren Höhe die bis vor kurzem auf einen Allzeittiefststand angekommenen durchschnittlichen Kupons überschießen würden. Dies hätten die Analysten zuletzt um den Jahreswechsel 2015 auf 2016 beobachten können. Aber auch im Investment Grade Segment sei eine deutliche Annäherung der Benchmark Rendite an die durchschnittliche Kuponhöhe zu beobachten. Damit dürfte es aus fundamentaler Betrachtung und gegeben des konjunkturellen Ausblicks vorerst zu keinen Verbesserungen bei den Non-Financial Unternehmen kommen. Unter Einbeziehung der Renditeerwartung der Analysten bei risikoarmen deutschen Staatsanleihen ergebe dies für das kommende erste Quartal 2019 eine geringe Outperformance von EUR IG sowie HY gegenüber risikoarmen deutschen Staatsanleihen (Übergewichten gegenüber Staatsanleihen).

Angesichts der gegenüber Non-Financials stabileren Entwicklung des Financials-Segments in 2018 würden die Analysten in einer Phase von kurzfristiger Erholung im Laufe von Q1 2019 von einer Umkehr dieses Trends ausgehen. Damit dürfte für IG-Investoren eine höhere Attraktivität des Non-Financials-Segments gegenüber dem Financials-Segment gegeben sein. (Ausgabe vom 20.12.2018) (07.01.2019/alc/a/a)