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Unternehmensanleihen: Sukzessive Erholung im Monatsverlauf


12.05.20 09:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Finanzmärkten hat sich nach den starken Verlusten in den Vormonaten die Lage wieder etwas aufgehellt, so die Experten von Union Investment.

Dank des massiven Eingreifens der Notenbanken und von fiskalischer Seite hätten sich die Märkte weiter erholen können. In diesem Zuge habe der Markt für Unternehmensanleihen im Verlauf des April kontinuierlich hinzugewonnen. Sowohl der am Markt leicht rückläufige risikolose Zins (Bundesanleihen) als auch ein deutlicher Rückgang der Risikoprämien (Asset Swap Spreads) hätten zu einer positiven Bewegung bei den Unternehmensanleihen geführt. Der für Euro-Unternehmenspapiere mit Rating Investment Grade repräsentative ICE BofA Euro-Corp.-Index sei im Berichtsmonat um 3,6 Prozent angestiegen. Die Risikoaufschläge hätten sich parallel um 49 auf 144 Basispunkte verringert.

In erster Linie hätten jene Anleihen profitiert, die unter das Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) fallen würden. Direkt von der Corona-Krise betroffenen Unternehmenspapiere und Titel von zyklischen Branchen wie beispielsweise Luftfahrt oder Tourismus seien jedoch unter Druck geblieben. Auch der Markt für Real-Estate-Anleihen habe sich angeschlagen gezeigt.

Mit Blick auf die Untersektoren hätten sich im Bereich der Hybridanleihen die Finanzwerte besser entwickeln können als Papiere aus dem Industriebereich (plus 5,8 gegenüber 4,9 Prozent Zugewinn). Bei den hochverzinslichen Titeln (High Yield) habe der Anstieg mit einem Plus von 6,2 Prozent (ICE BofA HEAG-Index) zugute geschlagen. Die Risikoprämien hätten sich um 118 auf 500 Basispunkte eingeengt. Ende März hätten diese in der Spitze bei 703 Basispunkten gelegen. Die negative Ratingmigration habe sich im April fortgesetzt, sowohl Ford als auch ZF Friedrichshafen hätten am Monatsende den Investment Grade-Bereich in Richtung High Yield verlassen.

Am Primärmarkt sei die Neuemissionstätigkeit im insgesamt freundlichen Marktumfeld erneut sehr rege gewesen. Im Blickpunkt der Anleger hätten in erster Linie die EZB-ankaufsfähigen Papiere gestanden. Aber auch Bankanleihen und High Yield-Titel hätten sich großer Beliebtheit erfreut. Angesichts der hohen Nachfrage hätten sich dort die zunächst für die Investoren sehr attraktiven Zeichnungsprämien zuletzt auf eine Größenordnung von zehn bis 15 Basispunkten verringert. (Ausgabe vom 08.05.2020) (12.05.2020/alc/a/a)