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Unternehmensanleihen: Reger Neuemissionsmarkt führt zu steigenden Risikoprämien


11.09.18 14:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Unternehmensanleihen haben sich im August per saldo kaum verändert und verzeichneten auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index, ER00) einen Wertzuwachs von 0,03 Prozent, so die Experten von Union Investment.

Der rege Neuemissionsmarkt habe zum Monatsende zu einem Angebotsdruck geführt und in der Folge auch die Preise des gesamten Corporates-Markt belastet. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) hätten sich im Vergleich zum Vormonatsende um zehn auf 71 Basispunkte ausgeweitet, wodurch auch die relative Attraktivität des Segments wieder zugenommen habe.

Nach einem freundlichen Start in den Monat hätten auf der volkswirtschaftlichen Ebene die bekannten Risikofaktoren wieder durchgebrochen. Die Entwicklung in Argentinien und der Türkei habe das Risikosentiment ebenso wie schwächere Staatsanleihenmärkte in Italien belastet. Hybridanleihen aus der Industrie oder Nachrangpapiere aus dem Finanzsektor (ICE BofA Merrill Lynch ENSU- und EBSU-Index) hätten im August auf Indexebene 0,8 respektive 0,5 Prozent an Wert verloren. Die Risikoaufschläge hätten sich auch hier um knapp zehn Basispunkte ausgeweitet. Das hochverzinsliche Segment (High Yield) habe nahezu unverändert gehandelt, der HEAG-Index habe 0,03 Prozent hinzugewonnen.

Nach der ferienbedingten Ruhe zu Beginn des Augusts würden nun die alten Belastungsfaktoren wieder stärker in den Vordergrund treten, wie beispielsweise die Handelsstreitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und China. Außerdem würden steigende Risikoprämien in Italien und ein Vertrauensverlust der Anleger in einige Rentenmärkte der Schwellenländer belasten. Obwohl der europäische Unternehmensanleihenmarkt hiervon nicht direkt betroffen sei, werde es ihm schwer fallen, diesen Entwicklungen zu entkommen. Vor dem Hintergrund einer weniger expansiven globalen Geldpolitik werde das Umfeld für das Segment im kommenden Jahr herausfordernd bleiben. (Ausgabe August 2018) (11.09.2018/alc/a/a)