Unternehmensanleihen: Neuemissionswelle zum Monatsende


10.09.19 12:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im August war die allgemeine Zinsentwicklung abwärts gerichtet, so die Experten von Union Investment.

Europäische Staatsanleihen hätten in Erwartung einer geldpolitischen Lockerung und eines neuen Anleihekaufprogramms durch die Europäische Zentralbank (EZB) fast 2,5 Prozent hinzugewinnen können (iBoxx Sovereigns). Auch im Unternehmensanleihesektor seien die Anleiheankäufe maßgeblicher Faktor gewesen. Andere Themen wie der Brexit, aber auch die Zuspitzung des Handelskonflikts, seien dort eher Randnotizen gewesen. Zwar hätten europäische Unternehmensanleihen von der abwärts gerichteten Renditebewegung an den Märkten profitiert. Allerdings sei dort die Wertentwicklung auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index, der im August den Jahreshöchststand erreicht habe) mit plus 0,7 Prozent deutlich geringer ausgeprägt gewesen als bei den Staatsanleihen. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) hätten sich um 9 auf 75 Basispunkte ausgeweitet. Zwischenzeitlich hätten die Risikoprämien wegen des Handelskonflikts noch etwas deutlicher angezogen.

Viele Anleger seien angesichts des starken Renditeverfalls nicht geneigt gewesen, Unternehmenspapiere mit negativen Renditen zu erwerben. Dies habe den Aufschwung entsprechend gebremst. Die Anleger hätten sich auf Papiere von Emittenten mit positiven Renditen konzentriert.

Mit Blick auf die Untersektoren hätten nachrangige Anleihen sowohl aus dem Industrie- als auch dem Finanzbereich (ICE BofA Merrill Lynch ENSU- und EBSU-Index) mit jeweils einem Prozent am meisten zulegen können. Hochverzinsliche Titel (High Yield) hätten 0,6 Prozent (ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index) hinzugewonnen. Dort hätten sich die Spreads nach deutlicher Ausweitung per Saldo sogar um 10 auf 278 Basispunkte eingeengt.

Der Primärmarkt sei nach sommerlicher Pause zum Monatsende hin richtig in Schwung gegeben. So seien alleine in der letzten Augustwoche 35 neue Corporate Bonds im Gegenwert von 24 Milliarden Euro emittiert worden. Die Investoren hätten trotz rekordverdächtig niedriger Zinsen beherzt zugegriffen, sodass die Oderbücher im Schnitt rund dreifach überzeichnet gewesen seien.

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank dürfte andere marktrelevante Themen vorerst weiter überlagern. (Ausgabe vom 06.09.2019) (10.09.2019/alc/a/a)