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Unternehmensanleihen: Markterholung setzt sich im Juni fort


09.07.20 10:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In einem zinsseitig nahezu unveränderten Umfeld - deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit tendierten mit minus 45 Basispunkten seitwärts - setzte sich die freundliche Stimmung am europäischen Unternehmensanleihemarkt fort, so die Experten von Union Investment.

Auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) sei der Markt für Investment Grade-Papiere mit einem Plus von 1,3 Prozent aus dem Berichtsmonat gegangen. Die Aufwärtsbewegung sei im Wesentlichen in der ersten Juniwoche erfolgt. Danach sei das Marktgeschehen von einer Seitwärtsbewegung geprägt gewesen, die Volatilität sei deutlich zurückgegangen. In der ersten Handelswoche habe die starke Nachfrage am Gesamtmarkt zu deutlich rückläufigen Spreads geführt, die sich von 135 auf 103 Basispunkte vermindert hätten. Die Unsicherheit über die Corona-Ausbreitung in den USA und anderen Ländern habe die Risikoaufschläge zum Monatsende hin dann wieder etwas anziehen lassen. Letztlich sei eine Reduzierung um 13 auf 122 Basispunkte verblieben.

Seitens der Zentralbanken sei mit Blick auf die Hilfsmaßnahmen noch einmal nachgelegt worden. Neben der Aufstockung des Pandemic Emergency Purchase Programms (PEPP) um 600 Milliarden Euro und dessen Verlängerung bis mindestens Juni 2021 habe die Europäische Zentralbank vier neue Langfristtender aufgelegt. Die Nachfrage der Banken habe mit 1,3 Billionen Euro einen Rekordwert erreicht. Die fortgesetzte massive Ausweitung der Liquidität sei am Primärmarkt für Unternehmensanleihen zur Platzierung weiterer zahlreicher Neuemissionen genutzt worden. Die Neuemissionswelle habe sich somit auch im Juni weiter fortgesetzt, vor allem seien unter das EZB-Ankaufprogramm fallende Papiere gefragt gewesen.

Die Untersektoren wie etwa hochverzinsliche Papiere (High Yield) oder Nachrangpapiere hätten ebenfalls auf Indexebene bis zu 1,2 Prozent zugelegt. Auch seien dort durchweg rückläufige Risikoaufschläge zu beobachten gewesen.

Am US-Unternehmensanleihemarkt (ICE BofA US-Large Corp.-Index, C0AL) hätten entsprechende Papiere auf US-Dollarbasis knapp zwei Prozent hinzugewonnen. Die US-Notenbank FED kaufe seit Juni neben Corporate-ETFs nun auch direkt Unternehmenspapiere an, was deutlich unterstützt habe. Die Spreads hätten sich am US-Markt um 25 auf 174 Basispunkte eingeengt. (Ausgabe vom 08.07.2020) (09.07.2020/alc/a/a)