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Unternehmensanleihen: Freundliche Stimmung führt den Markt ins Plus


08.08.18 12:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Unternehmensanleihen tendierten im Juli leicht ins Plus und legten auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index, ER00) um 0,2 Prozent zu, so die Experten von Union Investment.

Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) hätten sich zunächst auf ein Jahreshoch von 72 Basispunkten ausgeweitet, seien dann im folgenden Handel aber um sieben auf 64 Basispunkte zurückgefallen. Die zuvor bestimmenden Marktthemen wie der Handelsstreit oder die politische Lage in Italien seien zusehends in den Hintergrund geraten. Dominierend hätten die insgesamt positive Berichtssaison der Unternehmen und ein geringes Angebot an Neuemissionen gewirkt.

Die vereinzelt am Primärmarkt emittierten Anleihen hätten sich zumeist gut entwickeln können. Vor allem habe sich die insgesamt freundliche Marktstimmung in den Nachrangsegmenten widergespiegelt. Hybridanleihen aus der Industrie oder Nachrangpapiere aus dem Finanzsektor (ICE BofA Merrill Lynch ENSU- und EBSU-Index) hätten auf Indexebene 1,9 respektive 1,5 Prozent hinzugewonnen. Die Risikoaufschläge hätten sich in beiden Märkten um bis zu 30 Basispunkte eingeengt. Auch das hochverzinsliche Segment (High Yield) habe freundlich tendiert, der HEAG-Index habe 1,6 Prozent hinzugewonnen. Die Prämien hätten sich sogar um fast 40 Basispunkte eingeengt.

Mit Blick auf Übersee seien am US-Unternehmensanleihemarkt auf lokaler Ebene (ICE BofA Merrill Lynch C0AL-Index) ebenfalls Zugewinne zu beobachten gewesen. Die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) Ende Juli habe für den Markt kaum neue Erkenntnisse gebracht. Der eine oder andere Marktteilnehmer habe sich Aussagen hinsichtlich der Wiederinvestition von Rückflüssen aus fällig gewordenen Staatsanleihen ab Anfang 2019 erhofft. Möglicherweise werde die Zentralbank einige Liquidität in den Unternehmensanleihemarkt umlenken und diesen somit weiterhin gut unterstützen. Die EZB habe sich diesbezüglich bislang sehr bedeckt gehalten.

Angesichts der verbesserten Stimmung dürften wieder verstärkt Neuemissionen auf den Markt zukommen. Die Unternehmen würden das Finanzierungsfester im Herbst nutzen, um vor Auslaufen des Anleiheankaufprogramms CSPP noch Papiere am Markt unterzubringen, obgleich den Anlegern wieder höhere Neuemissionsprämien zu zahlen seien. (Ausgabe Juli 2018) (08.08.2018/alc/a/a)