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Unternehmensanleihen: Allgemeiner Renditeanstieg führt zu leichten Verlusten am Gesamtmarkt


12.10.17 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Angesichts leicht steigender Renditen im europäischen Staatsanleihesektor (iBoxx Euro Sovereign-Index) kam es im Unternehmensanleihebereich zu leichten Verlusten, so die Experten von Union Investment.

Auf Indexebene (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) hätten Firmenanleihen mit Rating Investment Grade zum Monatsende hin 0,2 Prozent verloren. Zuvor habe der repräsentative Index mit 295 Punkten noch ein Jahreshoch erreicht. Die Risikoprämien (Spreads) hätten sich hingegen leicht um drei auf 50 Basispunkte verringert. Etwas freundlicher hätten hingegen Unternehmenspapiere aus dem Nachrangsektor und hochverzinsliche Anleihen tendiert. Während Finanzpapiere mit Nachrangstatus (BofA Merrill Lynch EBSU-Index) unverändert tendiert hätten, hätten Nachranganleihen aus dem Industriesektor gegen den allgemeinen Trend 0,9 Prozent hinzugewinnen können.

Auch der Markt für hochverzinsliche Titel (High Yield) habe, errechnet über den BofA Merrill Lynch HEAG-Index, 0,5 Prozent hinzugewonnen. Die Spreads hätten sich in diesen Untersektoren teils deutlich einengen können. Politische Unsicherheiten wie der Konflikt um Nordkorea, die Spannungen um die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens und auch der unsichere Ausgang der Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl hätten keinen belastenden Einfluss auf die Kreditmärkte gehabt. Auch die Ankündigung der US-Notenbank, die Bilanz zurückzuführen, sei ohne Auswirkung auf das Marktgeschehen geblieben.

Deutlich belebt habe sich im September der Primärmarkt. Ein hohes Angebot an Neuemissionen habe den Markt - trotz teils sehr geringer Neuemissionsprämien - nicht belastet. Dies dürfte wohl daran gelegen haben, dass die Marktteilnehmer eine noch größere Flut an neuen Papieren erwartet hätten und entsprechend hohe Liquiditätsbestände vorgehalten hätten. Zudem habe die Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Ankaufsvolumina nach der Sommerpause wieder hochgefahren, der Markt sei somit weiterhin gut unterstützt geblieben.

Die Unsicherheiten auf globaler Ebene würden bestehen bleiben. Zudem zeichne sich eine restriktivere Geldpolitik der Zentralbanken ab. Dies dürfte die Märkte auf mittlere Sicht belasten. Kurzfristig stütze aber noch das Ankaufprogramm der EZB. (Ausgabe September 2017) (12.10.2017/alc/a/a)