Erweiterte Funktionen

Unternehmensanleihemarkt legt zum Monatsende hin deutlich zu


07.11.17 12:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach zunächst eher verhaltenem Verlauf gingen europäische Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade zum Monatsende mit Zugewinnen aus dem Handel, so die Experten von Union Investment.

Nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank sei es am Gesamtmarkt (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) zum Monatsende hin dann zu einem deutlichen Aufwärtsschub gekommen. Dieser habe Ende Oktober mit Plus 1,1 Prozent auf einem Jahreshöchststand geschlossen. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) hätten sich nochmals deutlich von 50 auf 40 Basispunkte eingeengt. Spanische Unternehmensanleihen hätten sich nur vorübergehend von den dortigen politischen Ereignissen tangiert gezeigt.

Am Markt bestehende Befürchtungen, die EZB könnte im Rahmen des Tapering den Ankauf von Unternehmensanleihen schon bald zur Gänze einstellen, hätten sich nicht bestätigt. Die Zentralbank werde, wie auch von den Experten erwartet, ab Januar die monatlichen Ankäufe von 60 auf 30 Milliarden Euro halbieren, diese jedoch zunächst bis September 2018 fortführen. Zu einzelnen Anleiheklassen seien jedoch keine detaillierten Angaben gemacht worden. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die EZB auch im Unternehmensanleihesegment weiter ankaufen werde. Diese Einschätzung habe sich in der freundlichen Marktentwicklung nach der EZB-Sitzung dann auch deutlich widergespiegelt.

Im Oktober habe vor allen die Entwicklung der Hybridanleihen deutlich herausgestochen. Entsprechende Papiere aus dem Industriesektor hätten auf Indexebene (BofA Merrill Lynch ENSU-Index) deutlich um 2,6 Prozent zugelegt. Die Spreads hätten sich von 208 auf 165 Basispunkte eingeengt. Finanztitel mit Nachrangstatus (BofA Merrill Lynch EBSU-Index) hätten um 1,7 Prozent zugelegt, die Spreads dort seien um 20 auf 122 Basispunkte gefallen. Letztlich seien in allem Untersegmenten auf Indexbasis Jahreshöchststände respektive Tiefstände bei den Risikoprämien zu beobachten gewesen. Im Bereich der hochverzinslichen Titel (High Yield) hätten die Spreads zuletzt jedoch aufgrund einer Indexumstellung wieder etwas angezogen. Am Primärmarkt seien die Neuemissionen weiterhin für die Anleger zumeist teuer geblieben.

Die Bewertung des Gesamtmarktes scheine mittlerweile sehr hoch, dieser dürfte vorerst jedoch weiterhin gut von der EZB unterstützt bleiben. (Ausgabe Oktober 2017) (07.11.2017/alc/a/a)