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Unternehmensanleihemärkte: Spreads starten stark in 2018


12.01.18 10:20
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Anfang 2018 probten die Anleihespreads einen kleinen Ausbruch, berichten die Analysten der HSH Nordbank AG.

So habe der iBoxx am 2. Januar bei 39 notiert, liege aber aktuell wieder bei starken 35 Basispunkten. Die kleine Ausweitung habe sich nahezu parallel durch alle Ratingklassen gezogen.

Im Gegensatz dazu würden die CDS-Spreads in Europa und in den USA seit November 2017 scheinbar nur eine Richtung kennen: Enger. Welche fundamentalen Faktoren würden Anfang des Jahres die nächsten Impulse setzen?

Dazu greifen wir uns die Steuerreform in den USA heraus, so die Analysten der HSH Nordbank AG. Alles in allem werde sie sich positiv auf die Kreditqualität der US-Unternehmen auswirken und damit die Expansionsphase des Kreditzyklus noch etwas verlängern. Zwei wichtige Änderungen dabei: Der Unternehmenssteuersatz sinke von 35 auf 21 Prozent. Das "Heimholen" ausländischer Gewinne in Cash werde nicht mehr mit 35 Prozent, sondern mit 15,5 Prozent besteuert, wenn es in 2018 erfolge.

Die Ratingagentur S&P sehe in der Steuerreform zusammengefasst folgende Auswirkungen:

- Cashflows, insbesondere die "Funds from Operations", also der operative Cashflow vor Veränderungen des Working Capital, würden sich über alle Sektoren verbessern, ohne dass dabei ein Sektor besonders heraussteche.
- Damit werde sich auch die Relation von Funds from Operations zur Verschuldung verbessern - die Auswirkungen halte die Agentur allerdings für wenig ausgeprägt, insbesondere für Unternehmen aus dem Subinvestmentgradebereich.
- Das Rating höherverschuldeter Unternehmen mit einem EBITDA/Zinsaufwand von weniger als Zwei würden von der Steuerreform kaum profitieren.
- Für den Fall eines Insolvenztatbestandes gebe es sogar Verlierer der Steuerreform: Unternehmen mit ungedeckten Pensionszusagen erschwere sie die Sanierung.

Die positiven Ratingauswirkungen (Upgrades) würden also kommen, allerdings nicht in größerem Maßstab. Zudem würden sie in erster Linie Investmentgrade-Unternehmen betreffen.

Dass die Folgen der US-Steuerreform in Europa viel Wirkung zeigen würden, sei unwahrscheinlich. Weder deren Finanzkennzahlen noch deren Wettbewerbsposition werde sie stark beeinflussen. Auch nach der Steuerreform werde es so sein, dass die Wende im Kreditzyklus wahrscheinlich zuerst bei den Highyield-Anleihen in den USA sichtbar werde. (Ausgabe vom 11.01.2018) (12.01.2018/alc/a/a)