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Unternehmensanleihemärkte: Bond-Spreads schließen in diesem Jahr voraussichtlich nahe ihrer Tiefststände


01.12.17 09:30
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Der iBoxx Bond-Index (aktuell bei 36 Basispunkten) hat sich wieder etwas von seinen Rekordtiefstständen entfernt, berichten die Analysten der HSH Nordbank AG.

Doch sein CDS-Pendant, der iTraxx, notiere aktuell bei 48 Basispunkten - ein Jahresrekord. Damit scheint die Richtung der Bond-Risikoaufschläge bis zum Jahresende vorgegeben: Wir bleiben nahe der aktuellen Tiefstände, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Werde es im neuen Jahr so weitergehen? Dafür spreche:

Das makroökonomische Umfeld: Ein weltweiter konjunktureller Aufschwung in Verbindung mit stabilen Rohstoffpreisen habe im Durchschnitt dafür gesorgt, dass der Unternehmenssektor in 2017 sowohl Umsatz als auch Profitabilität habe steigern können. Diese Entwicklung werde sich wahrscheinlich etwas abgeschwächt in 2018 fortsetzen.

Geldpolitik: Die expansive Geldpolitik der Zentralbanken werde sich nur wenig gebremst im kommenden Jahr fortsetzen.

Dagegen spreche:

Disruption insbesondere durch Digitalisierung: Deutlich stärker als der Konjunkturzyklus würden in 2018 digitale Geschäftsmodelle auf den Unternehmenssektor wirken. In einigen Branchen, z.B. Retail, sei das schon längst spürbar. Automobil, Medien, Telekommunikation und der Gesundheitssektor würden nachziehen. Hier seien z.T. erhebliche Investitionen erforderlich, die finanziert werden müssten.

M&A: Hier werde die Dynamik in immer stärker globalisierten Produkt- und Dienstleistungsportfolien weiter zunehmen. Auch dieser Trend werde die Gesamtverschuldung des Unternehmenssektors erhöhen.

Handel und Steuern: Welche Veränderungen die USA an bestehenden Handelsabkommen umsetzen würden, sei ebenso unklar wie ihre künftige Gesundheitspolitik oder die Ausgestaltung einer Steuerreform. Die Auswirkungen auf internationale Handelsströme könnten jedoch erheblich sein.

Wachsende Verschuldung: Die Bonität des weltweiten Unternehmenssektors habe durch einen deutlichen Schuldenaufbau gelitten. Damit sei seine Verwundbarkeit im Falle eines konjunkturellen Abschwungs gestiegen.

Die Analysten würden also gebremst optimistisch auf 2018 schauen. Die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Trendumkehr bei den Spreads sei nach wie vor vergleichsweise hoch. (Ausgabe vom 30.11.2017) (01.12.2017/alc/a/a)