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Ungarn: Negative Realverzinsung!


02.10.20 12:45
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Nach dem ersten Lockdown lagen die Prognosen für Ungarn für 2020 im Mittel bei einem Minus von 3,00%, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Aufgrund der anhaltenden Probleme rund um Corona würden die Wachstumsprognosen nach unten angepasst. Derzeit liege die Markterwartung bei rund Minus 5,00%. Das Problem für den Ungarischen Forint sei aber nicht die Prognoseanpassung. Das Problem sei die negative Realverzinsung und die Geldpolitik der Notenbank. Die Inflationserwartung für 2021 liege bei deutlich über 3,00%.

Der Leitzins von 0,60% sei in der letzten Sitzung der ungarischen Notenbank bestätigt worden und das Anleihenkaufprogramm sei auch noch erhöht worden. Einsparungen im Automobilsektor könnten Ungarn als verlängerte Werkbank der deutschen Autohersteller härter als andere Ostländer treffen. In Summe sei das Risiko für den Ungarischen Forint ungleich höher als die Chance die er biete. Wir rechnen weiterhin mit Kursen über 355, so die Oberbank. In einer Phase der Eskalation seien auch Kurse von 380 vorstellbar. (02.10.2020/alc/a/a)