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Ungarn: Ministerpräsident Orbán fordert ein "vorsichtiges und maßvolles" Vorgehen beim Zinserhöhungsplan


10.06.21 10:30
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die in den westlichen Industrienationen als üblich angesehene Unabhängigkeit der Notenbanken wird im Osten Europas immer häufiger infrage gestellt, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Schlechtes Vorbild hierfür sei der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der seiner Notenbank immer wieder Zinssenkungen aufzwinge, indem er auch die Zentralbankchefs auswechsle.

Gestern habe nun der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán von seiner Notenbank ein "vorsichtiges und maßvolles" Vorgehen beim Zinserhöhungsplan gefordert. György Matolcsy, Gouverneur der Ungarischen Zentralbank, habe nämlich letzten Monat angekündigt, den Leitzinssatz bei der nächsten Zinssitzung am 22. Juni anheben zu wollen, da die Inflation mit 5,1% deutlich über das Zielband der Notenbank hinausgeschossen sei. Vize-Gouverneur Baranabas Virag habe seinen Gouverneur in einer eigenen Pressekonferenz unterstützt, in der er die Wichtigkeit einer Zinsstraffung betont habe.

EUR/HUF (Ungarischer Forint) habe volatil auf diese Aussagen reagiert und sei zwischen 345,60 und 348,70 gependelt. Wichtige Unterstützung 345,20. Eine Zinsanhebung am 22. Juni würde den HUF weiter stärken. (10.06.2021/alc/a/a)