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Ungarn: Inflation zieht an


03.09.20 12:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Mit einem Rückgang von 13,6 Prozent sank das ungarische Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich deutlich stärker, als ursprünglich mit -10,0 Prozent erwartet wurde, so die Analysten von Postbank Research.

Zwar sei jüngst wieder die Wahrscheinlichkeit für abermalige Eindämmungsmaßnahmen aufgrund von steigenden Covid-19- Fällen gestiegen, doch sollte sich die Lage nicht deutlich verschlechtern, scheine eine zweistellige Erholung der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal möglich.

Dennoch könnte es nach Analystenschätzung durchaus zwei bis drei Jahre dauern, bis Ungarns Wirtschaft wieder das Vorkrisenniveau erreicht habe.

Die Inflation sei im Juli unerwartet stark auf 3,8 Prozent geklettert. Einen Monat zuvor habe die Rate noch bei 2,9 Prozent gelegen. Angebotseinschränkungen durch die Corvid-19 Gegenmaßnahmen sowie der seit seinem Tief im März gestiegene Ölpreis hätten die Preisentwicklung angetrieben.

Das von der Regierung für 2020 eingeplante Defizit von 3,8 Prozent des BIP erscheine vor dem derzeitigen Hintergrund obsolet. Die Postbank gehe derzeit eher von einem Defizit von circa 4,6 Prozent aus.

Die Postbank rechne damit, dass der Ungarische Forint (HUF) zum Euro (EUR/HUF 354,7; Stand 28.08.2020) in den kommenden sechs Monaten auf 360,00 abwerte. (Ausgabe Währungsbulletin September 2020) (03.09.2020/alc/a/a)