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Ungarn: Expansive Fiskalpolitik für die nächsten Jahre


01.02.21 09:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Nach sechs Monaten ging im November die Industrieproduktion in Ungarn erstmals wieder zurück, so die Analysten von Postbank Research.

Um 1,2 Prozent sei der Ausstoß gegenüber dem Vormonat gesunken.

Für das Schlussquartal zeichne sich zudem ein Rückgang der ungarischen Wirtschaftsleistung ab. Der Konjunkturverlauf seit der Covid-19-Pandemie gleiche somit einer W-förmigen Erholung.

Trotz der zweiten Covid-19-Welle würden sich die Daten aus dem Einzelhandel relativ robust präsentieren. Die Einzelhandelsumsätze seien im November um 1,1 Prozent zum Vormonat gestiegen, lediglich 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert im Oktober.

Das staatliche Defizit könnte nach Schätzungen auf rund zwölf Prozent für 2020 geklettert sein. Eine Rückkehr auf den Vorkrisenwert von rund drei Prozent erscheine erst in drei Jahren greifbar, da 2022 Wahlen in Ungarn anstünden.

Die Inflationsrate habe im Dezember bei 2,7 Prozent verharrt, nachdem sie in den drei Monaten zuvor gesunken sei. Zum einen habe ein Anstieg des Ölpreis für diese Stabilisierung gesorgt, zum anderen der schwache Außenwert des Forint. Die Notenbank habe derweil weitere Leitzinssenkungen ausgeschlossen, da die Kerninflationsrate noch bei rund vier Prozent liege.

Die Postbank rechne damit, dass der Forint zum Euro (EUR/HUF 357; Stand 25.01.2021) in den kommenden sechs Monaten auf 345 aufwerte. (Ausgabe Währungsbulletin Februar 2021) (01.02.2021/alc/a/a)