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Ungarische Notenbank (MNB) unter Druck


15.11.21 09:21
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Aufgrund der explodierenden Energiepreise hat die ungarische Regierung letzte Woche beschlossen die Benzin- und Dieselpreise zu deckeln, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Das senke die aktuellen Preise um 5,00% - 6,00%. Die Kosten müssten zum Teil die Tankstellen und die großen Vertreiber tragen. Die Folgen (Rationierungen?) an den Tankstellen seien noch nicht klar. Die Maßnahme könnte von der Ungarischen Notenbank (MNB) als Freibrief zur Untätigkeit interpretiert werden, weil der allgemeine Preisdruck in Ungarn zurückgehen könnte. Zuletzt habe die Inflation im Oktober bei 6,50% gegenüber dem Vorjahr gelegen. Die Finanzmärkte aber würden von der MNB eine Reaktion nach den enttäuschenden Zinsschritten von nur 0,15% im September und Oktober erwarten.

Zusätzlich sei der Ungarische Forint (HUF) durch die entschlossenen Zinsschritte in Tschechien und Polen zur Eindämmung der Inflation unter Druck geraten. Experten würden eine Anhebung der Leitzinsen (aktuell: 1,80%) um min. 0,30% oder mehr auf der morgigen Notenbanksitzung prognostizieren. Sollte die Notenbank an den 0,15% Zinsschritten festhalten, könnte das den HUF schwächen. Heute werde EUR/HUF seitwärts zwischen 364,50 und 369,10 erwartet. (15.11.2021/alc/a/a)