Erweiterte Funktionen

Ungarische Notenbank: Falkenhaft genug?


19.07.21 09:38
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Das Währungspaar EUR/HUF (Ungarischer Forint) wurde wie viele Währungen von der Corona Krise gebeutelt, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

In den letzten Monaten habe sich Optimismus auf eine konjunkturelle Erholung im zweiten Halbjahr breitgemacht. Die Ungarische Zentralbank (MNB) habe bereits einen ersten Schritt für einen Zinserhöhungszyklus gesetzt. Im Juni sei der Leitzins um 0,30% erhöht worden und er könnte im Juli erneut angehoben werden. Dies habe für eine dezente Unterstützung des Ungarischen Forints gesorgt. Fraglich sei, ob die MNB die Zinsen soweit erhöhen werde, um Inflationsraten im Bereich von 4,00% - 5,00% entgegenzuwirken.

Die Beziehung zwischen Ungarn und der EU sei seit 2020 deutlich abgekühlt. Grund dafür sei ein Veto Ungarns und Polens gegen den EU-Haushaltsplan und den Wiederaufbaufonds gewesen. Das habe das Vertrauen zwischen der EU und Ungarn weiter belastet. Schlussendlich sei das Veto fallen gelassen und ein Kompromiss erzielt worden. In Zukunft würden Verstöße von Ungarn gegen das EU-Recht vom EuGH geprüft (wie aktuell in Polen). Es könnte sein, dass die beiden Länder künftig durch EU-Sanktionen schwerer Zugang zu EU-Geldern erhalten würden, wodurch die wirtschaftliche Erholung geschwächt werden könnte. Die aktuelle Handelsbreite bei EUR/HUF liege zwischen 357,00 und 361,00. (19.07.2021/alc/a/a)