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Umsicht steht bei der nächsten EZB-Sitzung auf der Tagesordnung


12.06.18 11:30
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Was die Verlautbarungen von der EZB-Sitzung im Juni betrifft, so erwarten wir vorsichtigere Töne, so Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income bei Allianz Global Investors.

Die jüngsten Konjunkturindikatoren hätten gezeigt, dass die Verlangsamung des Wachstumstempos im zweiten Quartal 2018 angehalten habe. Das laufende Quartal dürfte das schwächste in den letzten zwei Jahren sein.

Zwar sei die Inflationsrate im Mai überraschend auf 1,9 Prozent gegenüber Vorjahr (Kernrate 1,3 Prozent) gestiegen, dies sei jedoch hauptsächlich auf einen starken Anstieg der Energiepreise zurückzuführen gewesen, die gegenüber Vorjahr um 6,1 Prozent zugelegt hätten. Letzteres dürfte den Teuerungsanstieg aus Sicht der Bank relativieren, deren Glaubwürdigkeit aufgrund strukturell niedriger Inflation in den letzten Jahren gelitten habe.

Vor diesem Hintergrund dürfte die EZB feststellen, dass die Abwärtsrisiken für ihre ökonomische Prognosen zugenommen hätten. Dies gelte vor allem auch unter Berücksichtigung der protektionistischen Tendenzen in den USA und wieder aufflammender politischer Risiken in Italien.

Der EU stehe hinsichtlich der Fiskaldisziplin und einer Einhaltung von EU-Regeln eine ernste Konfrontation mit der neuen italienischen Koalitionsregierung bevor. Zwar dürfte sich die EZB derzeit noch eines Kommentars enthalten. Gleichwohl würden die Finanzmärkte genau auf die Reaktion der Zentralbank auf Marktbewegungen beobachten, die die Finanzmarktstabilität gefährden könnten. Bislang sei dies jedoch noch nicht geschehen.

Angesichts all dieser Unsicherheiten sei es voraussichtlich aus Sicht der EZB noch zu früh, sich detaillierter zu ihrem Vorgehen bei einem Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik zu äußern - auch wenn das Anleihenkaufprogramm im September dieses Jahres planmäßig auslaufe. In ihrem Basisszenario würden die Experten erwarten, dass das QE-Programm langsamer - erst im Dezember 2018 - auslaufen werde. Zu einer ersten Zinserhöhung dürfte es im zweiten Halbjahr 2019 kommen. (12.06.2018/alc/a/a)