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US- und deutsche Staatsanleihen: Verschnaufpause bei Renditeanstiegen


19.02.21 13:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Am Datenkalender ist heute mit den Einkaufsmanagerindices ein Highlight vermerkt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Immerhin würden diese Erhebungen aussagekräftige Indikationen bieten, wie sich die bestehenden Geschäftsrestriktionen aktuell bzw. in naher Zukunft auswirken würden. In den USA hätten sich im Februar regionale Frühindikatoren auf einem robusten Niveau halten (Philly Fed) oder zulegen können (Empire State). Die PMI lägen vergleichsweise auf einem sehr hohen Niveau, ein leichter Rückgang gelte als wahrscheinlich. In der Eurozone, welche wirtschaftlich von der Corona-Pandemie im Winterhalbjahr 2020/21 deutlich stärker in Mitleidenschaft gezogen werde, sei ein starkes Auseinanderklaffen zwischen Industrie und Dienstleistungen zu beobachten. Während im verarbeitenden Gewerbe die Produktionausgeweitet werde, müssten Dienstleister empfindliche Geschäftseinbußen hinnehmen würden. Dies werde sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Lockdowns fortgesetzt haben. In den großen Ländern seien zuletzt lediglich in Italien substanzielle Öffnungsschritte vorgenommen worden. Somit würden di Analysten der Raiffeisen Bank International AG mit einem weitgehend unveränderten Umfragewert im Dienstleistungsbereich rechnen.

Nach den fortgesetzten Renditeanstiegen bei US- und deutschen Staatsanleihen zu Beginn der Woche sei seit Wochenmitte eine gewisse Verschnaufpause erfolgt. Dazu beigetragen hätten sicher die Protokolle der US-FED und EZB zur letzten Zinssitzung. Beide Notenbanken hätten klar ihre Bereitschaft einer anhaltend expansiven Politik ausgeführt, welche sich nicht durch die (wohl steigenden) Inflationsdaten der kommenden Monatebeirren lassen werde. Die EZB habe für die Benchmarks wie deutsche Staatsanleihen die reale Verzinsung etwas stärker in den Vordergrund gestellt. Die US-FED habe den Fokus auf den Arbeitsmarkt gerückt. Der unerwartet klare Anstieg der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe habe gestern eine enttäuschende Nachricht dargestellt und vor dem Hintergrund der FED-Ausführungen renditedämpfend gewirkt. (19.02.2021/alc/a/a)