US-Zinssätze weiter unter Fair Value?


07.06.17 11:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Nach wie vor passt der fundamentale Ausblick für die Weltwirtschaft aus Sicht der Analysten der National-Bank AG nicht zur Zinsentwicklung - vor allem in den USA: Nach den etwas enttäuschenden Daten zum Arbeitsmarkt sanken die US-Renditen auf Werte um 2,15 und notierten damit deutlich geringer als die Fair Values, die die Analysten derzeit bei Werten um 2,30 und auf Jahressicht bei knapp unter 3 Prozent sehen.

Zwar seien mit 138.000 neuen Stellen zuletzt deutlich weniger Jobs hinzugekommen als erwartet. Auch seien die Löhne nur relativ moderat gestiegen, was perspektivisch den Konsum dämpfen könnte. Mit Blick auf den weiteren Kurs der US-amerikanischen Volkswirtschaft spricht die Empirie nach Erachten der Analysten der National-Bank AG in der Summe aber recht eindeutig dafür, dass der Indikation durch ganze Batterien der vielfältigsten Frühindikatoren dann tatsächlich auch eine konjunkturelle Beschleunigung folgen wird. Bis zuletzt sei die Bereitschaft für deutlich mehr Investitionen im US-Unternehmerlager sehr hoch, was neben der Aussicht auf die Steuerreform auch an einer guten Entwicklung der Unternehmensgewinne liege. Aufgrund des bislang unterdurchschnittlichen Wachstums dürfte der Aufschwung hier noch tragen.

Klaren Rückenwind erhält die US-Wirtschaft auch vom globalen Ausblick, der sich weiter gefestigt hat: Die Weltwirtschaft hat wie von den Analysten der National-Bank AG erwartet zuletzt weiter an Dynamik gewonnen - und auch perspektivisch wird das globale Wachstum weiter zunehmen. Vor allem mit Blick auf die weiterhin robuste zyklische Position Asiens erwarte man somit analog zu vielen Wirtschaftsforschungsinstituten auch für das nächste Jahr eine spürbare Beschleunigung der Weltwirtschaft auf Werte um 3,8%.

Wichtig sei dabei auch, dass der globale Aufschwung von allen maßgeblichen Wirtschaftsregionen (Asien, USA, Europa) gleichermaßen getragen werde. Denn allen Strukturschwächen zum Trotz habe die Erholung in Europa aufgrund des aufgestauten Nachholbedarfs an Breite gewonnen. Diese Synchronität mache den globalen Zyklus robuster. Der Aufschwung könnte von daher durchaus noch deutlich in die kommende Dekade tragen, wie etwa der IWF prognostiziere. Im Saldo bedeute dies mehr Kapazitätsauslastung rund um den Globus und damit grundsätzlich anziehende Renditen.

Wie erwartet seien die diversen Frühindikatoren für das Euroland robust ausgefallen. In der Summe jedoch könnte das starke Aufwärtsmomentum der letzten Monate aber allmählich auslaufen. Mit Blick auf die jüngsten Umfragen vor der morgigen Parlamentswahl in Großbritannien sei weiterhin eher ein Sieg der Konservativen zu erwarten. Man dürfe gespannt sein, ob es den Tories gelinge, ihre Mehrheit im Parlament auszubauen. Vor diesem Hintergrund erwarten die Analysten der National-Bank AG für heute eine Handelsspanne des Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) zwischen 162,25 und 163,15 Indexpunkten. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,10% und 2,21% liegen. (07.06.2017/alc/a/a)





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