US-Zinskurve vor Versteilung?


11.01.22 09:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Ohne klare Richtungsvorgabe von den geldpolitischen Erwartungen dies- und jenseits des Atlantiks konsolidiert der Euro weiterhin um die Marke von 1,13, so die Analysten der Helaba.

Das deutlich schnellere Agieren der US-Notenbank dürfte von vielen Marktteilnehmern eskomptiert sein, weshalb der Euro nicht auf neue Tiefs abrutsche. Das Potenzial auf der Oberseite scheine aber gleichwohl begrenzt, denn dass die EZB tatsächlich in einem "hawkishen" Wandlungsprozess stecke, müsse noch bewiesen werden.

Der Rentenmarkt sei schwach in die neue Woche gestartet und das übergeordnete Bild bleibe somit unverändert. Die Inflationsgefahren bestünden weiter und die Notenbanken seien dabei, die geldpolitische Wende zu vollführen. Insbesondere aus den USA komme dabei Druck auf das lange Ende der Zinskurve, was Belastungen auch für die hiesigen Marktsegmente mit sich bringen dürfte. Der Spread zwischen 10-jährigen und 2-jährigen Treasury-Renditen sei phasenweise auf über 90 BP gestiegen. Noch sei dieses Niveau im historischen Vergleich als niedrig anzusehen und so könnte das Thema Bilanzverkürzung weiter Druck in Richtung Versteilung bereithalten.

Bezüglich des Bund-Futures (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei zu konstatieren, dass die technische Verfassung weiterhin kritisch sei. Die Verkaufssignale von DMI und MACD seien intakt und ersterer werde von einem steigenden ADX begleitet. Die seit dem 20. Dezember anhaltende Schwächephase habe jedoch zu einer überverkauften Marktlage geführt, was temporäre Erholungen möglich erscheinen lasse, ohne das große Bild zu zerstören. (11.01.2022/alc/a/a)