US-Währungshüter besorgt über verhaltene Inflationsdynamik in den USA


12.10.17 12:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das gestern Abend veröffentlichte Protokoll der FOMC-Sitzung vom 20. September zeigt, dass die Währungshüter zunehmend besorgt hinsichtlich der verhaltenen Inflationsdynamik in den USA sind, so die Analysten von Postbank Research.

Auch wenn sie grundsätzlich weiter darauf vertrauen würden, dass der aus der Vollbeschäftigung am Arbeitsmarkt resultierende Lohndruck die Inflation zukünftig stützen werde, würden die Notenbanker die Gefahr sehen, dass möglicherweise nicht nur vorübergehende Effekte für die anhaltend schwache Preisdynamik verantwortlich zeichnen würden. Die Analysten von Postbank Research würden gleichwohl nicht davon ausgehen, dass diese Bedenken die Währungshüter von ihrem graduellen geldpolitischen Straffungskurs abbringen würden und würden unverändert mit einem weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte auf 1,251,50% im Dezember dieses Jahres rechnen.

Die EWU-Industrieproduktion dürfte nach ihrem nur geringfügigen Zuwachs im Juli im August wieder Fahrt aufgenommen haben. Aufgrund der bereits veröffentlichten, überraschend starken Ergebnisse für Deutschland (+3,0%), Italien (+1,2%) sowie Spanien (+1,0%) würden die Analysten von Postbank Research ursprüngliche Prognose nach oben korrigieren und für August nunmehr ein Plus in Höhe von 1,2% gegenüber dem Vormonat erwarten.

Die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hätten nach ihrem Hurrikanbedingten, kräftigen Anstieg in der ersten Septemberhälfte zuletzt Anzeichen einer Normalisierung gezeigt. Diese Entwicklung dürfte sich in der vergangenen Woche fortgesetzt haben. Der Markt rechne mit einem weiteren Rückgang von 260 auf 250 Tsd. Anträge.

EZB-Präsident Mario Draghi nehme heute Nachmittag an einer Panel-Diskussion mit (ehemaligen) Notenbankern in Washington teil. Richtungsweisende Aussagen zur zukünftigen Geldpolitik in der Eurozone seien in diesem Kontext eher nicht zu erwarten. Ohnehin habe Draghi die Märkte bereits im Rahmen der Pressekonferenz nach der Ratssitzung der EZB im September darauf vorbereitet, dass die Entscheidung über den Fortgang des Anleiheankaufprogramms voraussichtlich auf der kommenden Ratssitzung am 26. Oktober fallen werde. (12.10.2017/alc/a/a)