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US-Treasuries tendieren seitwärts - Bunds unbeeindruckt von Konjunktur


13.10.17 10:00
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die globalen Anleihemärkte haben eine politisch wie konjunkturell aufschlussreiche Berichtswoche ohne nennenswerte Veränderungen abgehakt, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Die zehnjährigen US-Treasuries hätten sich auch feiertagsbedingt wenig in Bewegung gezeigt und würden mit gegenwärtig 2,34% unverändert zur vorherigen Woche rentieren. Deutsche Bunds hätten nur kurzzeitig die Marke von 0,50% überschritten. Anleihen aus der Euro-Peripherie hätten aufatmen können, doch hätten die jüngsten Entwicklungen in Katalonien kein zusätzliches Öl ins Feuer gegossen.

US-Renditen hätten zunächst mit einem Renditesprung von 6 Basispunkten auf die Arbeitsmarktdaten am Freitag (06.10.) reagiert. Trotz des hurrikanebedingten erstmaligen Beschäftigungsabbaus seit September 2010 habe vor allem die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne (2,9% YoY) Hoffnung auf weitere Zinserhöhungen gemacht. Derzeit würden die FED-Futures eine 77% Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Dezember einpreisen. Indes habe sich der IWF in seinem Oktoberbericht für kein schnelles Ende der expansiven Geldpolitik ausgesprochen und empfehle einen graduellen und besonnenen Ausstieg aus QE & Co.

Das Ausbleiben von signifikanteren Renditesprüngen werde auch durch die ungeklärte Nachfolge von FED-Chair Yellen bedingt, welche wohl vor allem aufgrund ihrer restriktiven Haltung zur Bankenregulierung keine neue Amtszeit erhalten werde. Die Entscheidung werde in den nächsten Tagen erfolgen und zwischen dem vom republikanischen Establishment favorisierten, aber geldpolitisch hawkishen Kevin Warsh und den tendenziell dovishen Jerome Powell sowie Neel Kashkari ausgemacht. Besonders die Nominierung von Warsh sollten die US-Treasuries mit einem Renditeanstieg beantworten.

Zehnjährige Bunds würden im Wochenvergleich nahezu unverändert bei 0,45% rentieren. Obwohl die deutsche Industrie im August kräftig expandiert habe (4,7% YoY) und die konjunkturelle Belebung auch im Handelsbilanzüberschuss deutlich abzulesen sei (21,6 Mrd. Euro), hätten die Bund-Renditen angesichts der angespannten politischen Lage in Spanien nicht ohne Grund verhalten reagiert.

In einer Rede vor dem Regionalparlament (10.10.) sehe Kataloniens Regierungschef Puigdemont die Unabhängigkeit seiner Region grundsätzlich bestätigt, wolle zunächst jedoch in Verhandlungen mit der Zentralregierung weitere Schritte verhandeln. Die deeskalierende Rhetorik habe auch auf den Bondmärkten Wirkung gezeigt. Die Spreads der zehnjährigen spanischen Anleihen und des zehnjährigen katalonischen Regionalbonds zu Bunds seien nach der Rede um 11 bzw. 12 Basispunkte zurückgegangen und würden sich wieder ihren Niveaus vor dem Referendum von 1,14% und 4,35% annähern. Katalonien werde auch weiter bestimmend bleiben, nachdem Ministerpräsident Rajoy der katalanischen Regierung offen mit Konsequenzen gedroht habe (11.10.). Gemäß der Verfassung könne Rajoy den Katalanen ihre Autonomie entziehen und den Konflikt so massiv verschärfen. (Ausgabe vom 12.10.2017) (13.10.2017/alc/a/a)