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US-Steuerreform: Massiver Anstieg der Staatsschulden erwartet


06.11.17 08:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Am Wochenende gab es aus Sicht der Republikaner weniger gute Nachrichten mit Blick auf die rasche Umsetzung der geplanten Steuerreform, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Das Joint Committee on Taxation (JCT), ein parteiübergreifender Ausschuss der US-Kongresses, habe eine erste Einschätzung zum vorliegenden Gesetzentwurf vorgelegt. Demnach wären die Hauptprofiteure der Steuerreform die Bezieher besonders hoher Einkommen bzw. die wohlhabendsten Amerikaner. Für einige Bezieher mittlerer Einkommen würde die Steuerlast im betrachteten Zehnjahreszeitraum sogar steigen. Gleichzeitig beurteile das JCT die im Gesetzentwurf unterstellten positiven Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung als deutlich zu optimistisch und erwarte daher einen massiven Rückgang der Steuereinnahmen. Über zehn Jahre werde ein kumulierter Zuwachs bei den Staatsschulden von USD 1,4 Billionen erwartet. Zahlreiche republikanische Abgeordnete aus dem Repräsentantenhaus hätten bereits angekündigt, dem Gesetzentwurf in seiner jetzigen Form nicht zuzustimmen. Die einen, weil er eigene Wähler schlechter stelle, die anderen, weil sie eine derartig starke Zunahme der Staatsschulden ablehnen würden. Eine rasche Einigung erwarte man nicht.

US-Präsident Trump sei zum Auftakt seiner zwölftägigen Asienreise mit Japans Ministerpräsident Abe zusammengetroffen. Trump habe seine Forderung nach "fairen" Handelsbeziehungen erneuert.

Mit dem Sentix-Index werdeird heute für den Euroraum der erste Frühindikator für November veröffentlicht. Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG würden eine erneute Stimmungsaufhellung erwarten. (06.11.2017/alc/a/a)