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US-Staatsanleihen: Schwächere Konjunkturdaten und Russland-Affäre dürften für Gewinne sorgen


07.08.17 08:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - In den nächsten Tagen stehen abgesehen von den Verbraucherpreiszahlen für Juli kaum relevante US-Daten zur Veröffentlichung an, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Mit Blick auf die US-Notenbank hätten Daten zur Verbraucherpreisentwicklung momentan am Markt wohl mindestens einen ebenso großen Einfluss wie die sonst alles dominierenden Arbeitsmarktzahlen. Nach Meinung der meisten Marktakteure dürfte die Frage nach weiteren Zinsanhebungen ausschließlich durch die Entwicklung der Inflation bestimmt werden.

Vor diesem Hintergrund könnten die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Zahlen für einiges an Bewegung an den Rentenmärkten sorgen. Die Analysten der RBI gehen davon aus, dass es anders als des Öfteren in den letzten Monaten für Juli nicht zu einer negativen Überraschung kommen wird. Die Kernrate, Inflation ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise dürfte bereinigt um saisonale Effekte gegenüber Juni ein Plus von um 0,2% ausweisen. Preistreibend dürften vor allem Mietkosten und das Mietäquivalent für Wohneigentum gewirkt haben. Für die Inflationsrate insgesamt zeichne sich eine Zunahme um 0,1% p.m. bis 0,2% p.m. ab, da die Preise für Kraftstoffe und Haushaltsenergie rückläufig gewesen seien.

Präsident Trump komme in der Russland-Affäre weiter unter Druck. Laut Medienberichten habe Sonderermittler Robert Mueller eine so genannte Grand Jury eingesetzt. Ein solcher Schritt lege nahe, dass es konkrete Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten gebe. Die Grand Jury habe das Recht und die Aufgabe, Beweise zu sichern und Anhörungen vorzunehmen. Komme sie zum Schluss, dass ein gesetzwidriges Verhalten vorliege, werde Anklage erhoben. Zwar werde offenbar nicht gegen Präsident Trump selbst ermittelt, allerdings gegen sein engstes Umfeld. Da die Grand Jury im Geheimen tage, dürfte gewährleistet sein, dass in den nächsten Monaten immer wieder Details durchsickern würden. Die Russland-Affäre dürfte die Regierungsarbeit damit weiter lähmen.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sei in den letzten Tagen trotz eines gestiegenen Ölpreises und der Abwertung des US-Dollar leicht auf 2,23% zurückgegangen. Etwas schwächere Konjunkturdaten und das sehr unglückliche Bild, das die Regierung Trump weiter abgebe, dürften für die Gewinne bei US-Staatsanleihen verantwortlich sein. (Ausgabe vom 04.08.2017) (07.08.2017/alc/a/a)