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US-Staatsanleihen: Konflikt mit Nordkorea sorgt für Verunsicherung


07.09.17 10:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Staatsanleihen tendierten im August anfänglich noch unter großen Schwankungen seitwärts, so die Experten von Union Investment.

Ab der Monatsmitte sei es dann zu rückläufigen Renditen, respektive Kursgewinnen gekommen. Viele Anleger hätten in einem unsicheren Marktumfeld Schutz bei US-Papieren gesucht. Für Verstimmung habe vor allem der sich zuspitzende Konflikt zwischen Nordkorea und den USA gesorgt. Neben etlichen Verbalgefechten habe Kim Jung-un immer wieder mit dem Abschuss von Raketen provoziert. Nordkorea habe zudem den Luftwaffenstützpunkt in Guam ins Visier genommen. Die USA hätten daraufhin ein Manöver zusammen mit Südkorea abgehalten. Zum Monatsende habe sich die Lage nach einem erneuten Raketenabschuss verschärft.

Darüber hinaus habe sich abermals Enttäuschung über die US-Administration breitgemacht. Bislang könne Donald Trump keinen nennenswerten Erfolg in seiner Amtszeit vorweisen. Die Umsetzung vieler Vorhaben (Steuer- und Gesundheitsreform, Mauerbau) gelte inzwischen als sehr unwahrscheinlich. Für Aufsehen und Unverständnis hätten zudem die vielen Personalrochaden in Trumps Regierung gesorgt.

Das diesjährige Notenbanktreffen in Jackson Hole habe keine neuen Erkenntnisse gebracht und sei somit hinter den Erwartungen der Marktteilnehmer zurückgeblieben. Der geplante Bilanzabbau der US-Notenbank FED dürfte inzwischen oberste Priorität haben. Jannet Yellen habe sich diesbezüglich aber bedeckt gehalten. Mit Blick auf die Ankündigung Trumps, den Banken wieder mehr Freiräume geben zu wollen, habe sie darauf verwiesen, dass sie wenig Spielraum für eine Lockerung der Regulierungsregeln sehe.

Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) seien US-Schatzanweisungen im August mit einem kräftigen Plus von 1,2 Prozent aus dem Handel gegangen. Die Rendite für zehnjährige Papiere habe sich von 2,29 Prozent auf 2,12 Prozent ermäßigt. In den kommenden Wochen würden gute Konjunkturdaten und die Politik der US-Notenbank jedoch für eher leicht steigende Renditen sprechen. Weiteres Ungemach drohe hingegen bei der Verhandlung einer neuen Schuldenobergrenze. (Ausgabe August 2017) (07.09.2017/alc/a/a)