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US-Schatzanweisungen: Zunehmende Zweifel an Umsetzung Trumps Wahlversprechen nehmen zu


09.06.17 10:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Schatzanweisungen starteten zunächst mit Verlusten in den Handelsmonat Mai, so die Experten von Union Investment.

Gute Konjunkturdaten hätten für höhere Renditen gesorgt. Im weiteren Monatsverlauf hätten die Verluste jedoch wieder aufgeholt werden können. Hierfür sei vor allem US-Präsident Donald Trump verantwortlich gewesen. Seine generell sehr unterschiedlichen Aussagen hätten Zweifel an der Umsetzung zentraler Wahlkampfversprechen aufkommen lassen. Darüber hinaus habe Trump gleich mit einer ganzen Reihe an Skandalen für negative Schlagzeilen gesorgt. Besonders kritisch würden seine möglichen Verbindungen mit Russland gesehen. Noch immer stehe im Raum, er hätte von dort Hilfe für seine Wahl erhalten. Darüber hinaus sei die plötzliche Entlassung von FBI-Chef Comey kritisch beäugt worden und habe neue Fragen aufgeworfen. Volkswirte würden sich inzwischen kaum noch Hoffnungen bezüglich eines möglichen Fiskalimpulses machen. Eine Umsetzung dürfte schon allein daran scheitern, dass wichtige Ämter auch Monate nach der Wahl noch immer nicht besetzt seien.

Die Kommentare der Notenbanker würden eindeutig auf einen weiteren Zinsschritt im Juni hinweisen. Dieser sei inzwischen vollständig vom Markt eingepreist. Solange die Arbeitslosenquote unterhalb von 5 Prozent bleibe, dürften die US-Notenbanker an ihrer restriktiveren Strategie festhalten. Kurzlaufende Papiere hätten mit Blick auf die nächste Zinserhöhung unter Kursverlusten gelitten. Längere Laufzeiten hätten leicht im Plus gelegen, wodurch sich die US-Zinsstrukturkurve etwas verflacht habe. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) seien US-Schatzanweisungen im Mai mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent aus dem Handel gegangen. In den kommenden Wochen dürfte die Kursentwicklung weiterhin stark von den Entscheidungen Trumps beeinflusst werden. In Summe würden gute Konjunkturdaten und die Politik der US-Notenbank für eher leicht steigende Renditen sprechen. (Ausgabe Mai 2017) (09.06.2017/alc/a/a)