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US-Schatzanweisungen: Gute Konjunkturdaten und die FED-Politik sprechen für leicht steigende Renditen


08.08.17 09:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Staatsanleihen tendierten im Juli zunächst leichter, da sich der Renditeanstieg aus dem Vormonat fortsetzte, so die Experten von Union Investment.

In der Spitze hätten zehnjährige US-Papiere bei 2,4 Prozent rentiert. Im weiteren Monatsverlauf habe sich der Rentenmarkt jedoch wieder von seiner freundlichen Seite gezeigt. US-Präsident Trump habe erneut enttäuscht. Auch nach mehrmaliger Abstimmung habe bislang keine neue Lösung für die umstrittene Gesundheitsreform "Obamacare" gefunden werden können. Trump gelinge es weiterhin nicht, die politischen Flügel der republikanischen Partei zu vereinen. Zusätzlich würden ihn Personalrochaden und die Russland-Ermittlungen belasten. Kaum ein Marktteilnehmer erwarte noch Wachstumsimpulse von der US-Regierung.

Gegen Monatsende seien die Vertreter der US-Notenbank zusammengekommen. Wie erwartet, sei keine Zinsänderung beschlossen worden. Es habe jedoch Hinweise darauf gegeben, dass die Währungshüter nun wohl schon im September einen Abbau ihrer Bilanz verkünden würden. Die Thematik sei sehr komplex, weil unklar sei, wie sich ein Ausbleiben der bislang noch stattfindenden Reinvestitionskäufe auf den Kapitalmarkt auswirken werde. Experten würden mit einem ähnlichen Effekt wie bei Zinserhöhungen rechnen. Über das Ausmaß der Stärke werde noch gerätselt. Ähnlich ergehe es den Notenbankern. Umso erstaunlicher sei es, dass man innerhalb des Führungsgremiums wohl eine Einigkeit habe erzielen können.

Von einer Zinserhöhung im September werde indes nicht mehr ausgegangen. Der nächste Zinsschritt sei erst im Dezember zu erwarten. Inwieweit Bilanzabbau und Zinserhöhungen dann im kommenden Jahr parallel stattfänden, dürfte vor allem von den dann veröffentlichten Daten abhängen. Sofern möglich, werde die FED die Leitzinsen weiter anheben, um Spielräume für den nächsten Abschwung zu haben. Dazu werde sie die Konjunktur und besonders den US-Arbeitsmarkt sehr genau beobachten. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) seien US-Schatzanweisungen im Juli mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent aus dem Handel gegangen. In den kommenden Wochen würden gute Konjunkturdaten und die Politik der US-Notenbank für eher leicht steigende Renditen sprechen. (Ausgabe Juli 2017) (08.08.2017/alc/a/a)